OTS0103 / 08.07.2009 / 11:17 / Channel: Wirtschaft / Aussender: via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Stichworte: Auszeichnung / Bau / Klima / Naturschutz / Umwelt


LIFE Projekt "Uferrückbau Hainburg" - Auszeichnung für Nationalpark Donau-Auen und via donau =


   Wien/Orth a.d. Donau (OTS) - Im Winter 2005 entfernten die Bagger
am Ufer gegenüber Hainburg 50.000 m3 an harter Uferverbauung. Für die
Donau und die Donau-Auen hat sich dieser Eingriff gelohnt, auch wenn
dafür in der Bauphase schwere Maschinen im Schutzgebiet arbeiten
mussten. Die EU-Kommission hat nun dieses Projekt als eines der
besten LIFE-Projekte in Europa ausgezeichnet! Nationalparkdirektor
Carl Manzano und via donau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler
nahmen in Brüssel den Award der Generaldirektion Umwelt entgegen. 
   Mit einer genehmigten Projektsumme von Euro 1,78 Mio. und einer
Förderquote von 40 % aus dem Naturschutz-Förderungsprogramm
LIFE-Natur der EU, wurde 2002-2006 das Projekt "Uferrückbau Hainburg"
umgesetzt. Der österreichische Anteil der Finanzierung wurde vom
Nationalpark Donau-Auen, der Naturschutzabteilung der NÖ
Landesregierung, dem Lebensministerium und der via donau getragen.
Projektleiter war der Nationalpark Donau-Auen, die technische
Betreuung der Planung und Baudurchführung auf der fast 3 km langen
Strecke im Gebiet des Nationalpark Donau-Auen erfolgte durch via
donau - Österreichische Wasserstraßengesellschaft. 
   Zum ersten Mal überhaupt wurde dabei bei einem schiffbaren Fluss
von der Größe der Donau die Uferverbauung entfernt. "Die Zukunft
liegt im ökologisch orientierten Wasserbau. Davon profitieren Natur
und Schifffahrt gleichermaßen. Der Uferrückbau bei Hainburg ist ein
weiteres Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem
Nationalpark Donau-Auen", so via donau Geschäftsführer Hans-Peter
Hasenbichler.
Für die Natur hat sich der Eingriff gelohnt, Hochwässer können besser
abfließen.
   Für die Natur war die Bauphase ein massiver Eingriff. Es wurden
rund 50.000 m3 an harter Uferverbauung entfernt und abtransportiert,
dafür mussten auch Bäume gerodet werden. Das Ergebnis sprach jedoch
sehr schnell für sich. Schon die ersten Donau-Hochwässer im Jahr 2006
führten zur erhofften Umgestaltung der Uferlandschaft. Statt dem
monotonen Blockwurf aus Wasserbausteinen finden wir heute gegenüber
von Hainburg auf einer Länge von 3 km wieder ein natürliches Ufer
vor. 
   Neue Lebensräume für Au-Tiere entstanden sehr rasch: Frisch
angerissene Steilufer, ausgedehnte Schotterbänke und
Flachwasserzonen. Durch Seitenerosion ist bereits ansatzweise ein
neuer Donau-Seitenarm entstanden. Die Donau hat ihr Bett im
Projektgebiet um bis zu 30 Meter verbreitert. Dieser Raum steht nicht
nur Fauna und Flora zur Verfügung, sondern hat sich auch bereits bei
Hochwässern bewährt, die dadurch besser abfließen können.
Seltene Tierarten haben sich wieder angesiedelt
   Der prächtige Eisvogel (Vogel des Jahres 2009) ist alljährlich als
Brutvogel in den Steilufern zu finden. Die Lebensraumsituation für
Kiesbrüter - also Vogelarten, die ihre Gelege auf ausgedehnte
Schotterflächen legen - hat sich deutlich verbessert. Die
Schotterinsel gegenüber Hainburg hat durch die Ufer-Revitalisierung
einen natürlichen Übergang zur angrenzenden Aulandschaft gewonnen und
wird nicht mehr von Blocksteinen begrenzt. Dies ist auch eine
Voraussetzung für das Vorkommen der Flussuferwolfspinne, eine der
gefährdetsten Spinnenarten Österreichs.
Nachfolgeprojekte sind geplant
   Aufbauend auf die Erfolge und Erfahrungen dieses Pilotprojektes
hat die via donau einen weiteren Uferrückbau bei Witzelsdorf auf
einer Flusslänge von 1,2 km in Angriff genommen und im Februar 2009
fertig gestellt. Auch hier sind bereits in der kurzen Zeit von 4
Monaten deutliche Uferveränderungen zu beobachten. Der Fluss holt
sich den Platz zurück, der ihm durch die Regulierung genommen wurde -
mit allen positiven Begleiterscheinungen für die Auen und ihre
Pflanzen- und Tierwelt sowie für den Hochwasserschutz. 
   Carl Manzano, Direktor des Nationalpark Donau-Auen freut sich über
die Auszeichnung: "Die EU-Kommission hat gesehen, dass dieses Projekt
beispielgebend war und eine neue Entwicklung ausgelöst hat". 
   Das internationale Interesse ist groß, zahlreiche Experten aus
Wasserbau und Naturschutz besuchten in den letzten Jahren im Rahmen
von Fachexkursionen das Vorzeigeprojekt bei Hainburg.
Rückfragehinweis:
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   Nationalpark Donau-Auen GmbH
   Bettina Schuckert
   Tel: +43 (0) 2212/ 3450-16
   Mobil: 0676/ 84 233 553
   b.schuckert@donauauen.at 
   www.donauauen.at
   
   via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
   Sabine Fischer
   1220 Wien, Donau-City-Straße 1
   Tel: +43 50 4321 1406
   presse@via-donau.org 
   www.via-donau.org
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