- 06.07.2009, 16:38:20
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Honduras nach dem Staatsstreich
Kindernothilfe: Sicherheitslage für Kinder verschärft
Tegucigalpa/Wien/Duisburg (OTS) - Nach dem Staatsstreich in
Honduras herrscht ein Klima von Angst und Unruhe im ganzen Land. Die
Gewalt an und unter Kindern und Jugendlichen könnte weiter zunehmen.
Nach Informationen von Dr. Elmer Villeda, Koordinator der
Kindernothilfe Honduras in der Hauptstadt Tegucigalpa, sind seit
Beginn des Konflikts alle Schulen im Land geschlossen. Die Kinder
bleiben aus Sicherheitsgründen zuhause. Auch viele Erwachsene gehen
nicht mehr zur Arbeit, Läden und Behörden öffnen nicht mehr.
Auch die von der Kindernothilfe unterstützten Projekte haben
größtenteils die Arbeit eingestellt, um die Sicherheit der Kinder und
Jugendlichen nicht zu gefährden. Anders ist die Situation in der von
Kindernothilfe unterstützten Einrichtung Casa Alianza, einem Projekt
für Straßenkinder in der Hauptstadt. Aufgrund der verschärften
Sicherheitslage kommen viel mehr Straßenkinder als zuvor in das
Wohnheim, um Schutz zu suchen. Täglich nimmt die Casa Alianza 30 bis
50 Prozent Jugendliche mehr als vor dem Konflikt auf; keinem Kind
wird der Zugang verweigert.
Schätzungsweise leben allein in Tegucigalpa mehr als 10.000
Mädchen und Jungen auf der Straße. Die Gewalt an Straßenkindern und
zwischen verfeindeten Jugendbanden ist in Honduras seit Jahren
alarmierend hoch. So hat Casa Alianza zwischen 1998 und 2008 allein
4.608 Morde an Straßenkindern dokumentiert. Die meisten der oft durch
gezielte Kopfschüsse ermordeten Opfer waren jünger als 17 Jahre, die
Täter bleiben vielfach unbekannt. Von den honduranischen Behörden
würden diese Verbrechen nur schleppend verfolgt, kritisierte Dr.
Villeda.
Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, San Pedro Sula, ist die
Sicherheitslage unübersichtlich. Bürgermeister Rodolfo Padilla wurde
wegen Korruptionsverdachts abgesetzt. Auf den Straßen kommt es nun
verstärkt zu Überfällen. Vor allem das Gebiet rund um die Müllhalde
"El Ocotillo" ist sehr gefährdet. Aus diesem Grund hat das von der
Kindernothilfe unterstützte Projekt für Kinder, die vom Müll leben,
seine Arbeit zur Zeit komplett eingestellt.
Die Kindernothilfe arbeitet seit 1976 in Honduras und erreicht
dort rund 4.000 Kinder in zur Zeit 17 Projekten. Das
Kindernothilfe-Büro in Tegucigalpa koordiniert die Arbeit vor Ort.
Weitere Informationen aus Honduras: www.kindernothilfe.at,
www.kindernothilfe.de
Unsere Mittelamerika-Experten stehen Ihnen gern für Interviews zur
Verfügung.
Rückfragehinweis:
Gottfried Mernyi, Kindernothilfe Österreich Kommunikation
1010 Wien, Dorotheergasse 18
Tel.: 01 5139330 - 20 DW
Mobil: 0650 4088073
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