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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Das Messer im letzten Akt ... (von Claudia Grabner)
Ausgabe 3. Juli 2009
Klagenfurt (OTS) - Der Vize hat seinem Kanzler eines voraus: die
Inszenierung. Niemand beherrscht das Sich-selbst-in-Szene-Setzen
derart perfide wie ein Josef Pröll. Perfide weil hinterrücks
punktgenau. Voraussetzung: Geduld. Die dürfte der ÖVP-Chef im Übermaß
haben. Bei der Gesundheitsreform wiederholt der Vizekanzler nunmehr,
was er in der verflossenen Lehrer-Tragikomödie wie in einem Lehrstück
vorgeführt hat: Der verzückte Mitläufer zückt sein Messer im letzten
Akt. Und dabei hätte es ein schlichtes Nein im ersten Akt auch getan
...
Doch dann hätte es keine Inszenierung gegeben. Stattdessen Politik,
wie man sie seit Jahren vermisst. Anständig. Auf die Sache bezogen.
Auf den Inhalt konzentriert. Schon klar: Wünsche, die man so nicht
äußern darf - es sei denn, man legt es darauf an, wahlweise als
Fossil oder Naivling belächelt zu werden. Auch gut. Weil die
Alternative hieße: Man goutiert den Stillstand respektive die
Un-Politik im Namen der politischen Selbstverliebtheit.
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