• 01.07.2009, 20:08:09
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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Zu verspielt für einen Kraftakt (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 2. Juli 2009

Klagenfurt (OTS) - Sieht man Politik als Strategiespiel, setzt
Josef Pröll auf den ultimativen Joker in der vor sich hindümpelnden
Gesundheitsdebatte auf Raten: den Überraschungseffekt. Sein "Njet"
zur Kassenentschuldung verkauft er als klares Statement im oft
unübersichtlichen Dschungel miteinander konkurrierender Lobbys.

Diese eine ÖVP-Blockade hätte vielleicht das Zeug zum
"Kassenschlager", wäre da nicht ein winziger Schönheitsfehler: Trotz
exklusiver Kosmetik verwandelt sich ein "Nein" nicht in eine Lösung,
wenn der Profilierungsdrang dahinter so unverhohlen durchscheint.
Besser verwandt wäre Prölls energetischer Schub auf einen längst
erforderlichen gemeinsamen gesundheitspolitischen Kraftakt, der nicht
vor Klientelpolitik halt macht. Der die Finanzierung bester
Leistungen für alle nachhaltig sichert. Schwarze Zuckerln für
Pharmakonzerne und deren Statthalter via Entschärfung des
Anti-Korruptionsgesetzes passen da irgendwie nicht ins Bild. Oder
heißt das Strategiespiel Umverteilung nach oben?

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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