• 01.07.2009, 13:51:20
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Arbeitslosigkeit - Caritas fordert 3. Konjunkturpaket

Landau: Der Sozialstaat ist kein Auslaufmodell!

Wien (OTS) - Die heute präsentierten Arbeitsmarktdaten in
Österreich sind aus Sicht der Caritas absolut kein Grund zur Freude.
Denn im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni
um 57.045 Personen oder um ein Drittel auf 229.703 Jobsuchende stark
gestiegen. "Wir müssen gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten
auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft achten. Arbeitslose
Menschen sind in Österreich eine jener Risikogruppen, die am
stärksten von Armut betroffen ist. Und mit ihnen natürlich auch ihre
Familien: Die konkreten Schicksale hinter den Zahlen machen sehr
betroffen."

In den kommenden Monaten wird die Zahl jener, die sich in
existenziellen Notlagen befinden, steigen. "Arme Menschen sind die
Ersten, die von der aktuellen Krise betroffen sind - hier geht es um
soziale Gerechtigkeit. Was es jetzt dringend braucht, ist ein
Konjunkturpaket für die Ärmsten. Eine Reihe von Maßnahmen wird
notwendig sein, um den Sozialstaat Österreich nachhaltig armutsfest
und zukunftstauglich zu machen. Angesichts der steigenden
Arbeitslosenzahlen appelliere ich daher dringend an die
Bundesregierung in Zeiten der Not nicht nur für Banken und
Unternehmen Notfallpakete zu schnüren. Wir brauchen dringend ein
drittes Konjunkturpaket für die sozial Schwächsten in unserem Land."
Ein Konjunkturpaket für die Ärmsten muss daher drei Schwerpunkte
umfassen:

1) Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit ist daher sicher ein richtiger
Ansatz der Bundesregierung. Was die Menschen jedoch wirklich
brauchen, ist eine Arbeit von der man auch leben kann.
2) Die rasche Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung.
"Es ist jedoch völlig unverständlich wie seit Monaten die
bedarfsorientierte Mindestsicherung immer weiter verzögert wird. Hier
werden die Menschen in ihrer Not völlig mit ihren Sorgen alleine
gelassen. Das bedeutet die diesbezüglichen Beschlüsse für die
Einführung der bedarforientierte Mindestsicherung müssen jetzt
gefasst werden und nicht irgendwann - wenn nicht anders möglich eben
in acht Bundesländern", appelliert Landau an die Verantwortlichen von
Bund und Ländern.
3) Drittens muss der faire und leistbare Zugang zu sozialen
Dienstleistungen für alle gewährleistet sein: Gesundheit, Pflege,
Kinderbetreuung oder Bildung spielen eine große Rolle, wenn es um
Armutsvermeidung und Chancengerechtigkeit geht. Mit Blick auf die
Menschen sollte allen Beteiligten klar sein: Der Sozialstaat ist kein
Auslaufmodell."

Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Klaus Schwertner
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: +43 (0)1/878 12-221, Mobil: +43 (0)664/848 26 18
mailto:[email protected]
www.caritas-wien.at

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