- 27.06.2009, 09:00:00
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Ärztekammer lehnt Bachelor-Studium an Medizinunis ab
Gesetzlicher Ausschluss gefordert - einheitliches, wissenschaftliches Studium beibehalten
Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) lehnt die
Einführung eines Bakkalaureat-Studiums an den medizinischen
Universitäten ab und fordert die Beibehaltung des einheitlichen und
einstufigen Medizinstudiums auf hohem Niveau. In einer am Freitag
beschlossenen Resolution plädiert die ÖÄK-Vollversammlung für eine
gesetzliche Regelung, welche die Zweiphasigkeit des Medizinstudiums
dezidiert ausschließt und an der gegebenen wissenschaftsbasierten
Studienordnung mit dem Abschluss des Dr. med.univ. festhält.
In der Begründung heißt es, dass das Bakkalaureat-Studium zu einer
Verknappung von Plätzen für das Medizinstudium führe, die dringend
für die Ärzteausbildung benötigt würden. Diese Entwicklung erzeuge
mittel- bis langfristig Ärztemangel, da Anwärter für ein reguläres
Medizinstudium angesichts längerer Wartezeiten ins Ausland ausweichen
könnten. Auch gebe es für ein Bachelor-Studium keinen Bedarf, der
sich in einem konkreten Berufsbild auf dem Arbeitsmarkt
niederschlage. Daraus folge zwingend ein Bedürfnis der Absolventen
nach Tätigkeitsfeldern, die weder sinnvoll noch nachgefragt seien.
Die Ausgaben für ein Medizinstudium lägen international über den
Kosten anderer Studien. Da aber ein Bachelor-Abschluss zu keinerlei
Berufsberechtigung führe, seien die Aufwände dafür nicht zu
rechtfertigen.
Das EU-Recht sehe ein einstufiges, sechs Jahre oder zumindest 5.500
Stunden dauerndes theoretisches und praktisches Medizinstudium vor.
Nur eine nach diesen Regeln in einem EU-Staat absolvierte Ausbildung
werde automatisch in allen anderen EU-Staaten anerkannt und
berechtige zur ärztlichen Tätigkeit im gesamten EU-Raum. Damit würde
der Grundsatz der Niederlassungsfreiheit erfüllt, ein zweiphasiges
Medizinstudium bringe daher keinerlei Nutzen.
Zuletzt argumentiert die Resolution der ÖÄK-Vollversammlung, dass
auch bei anderen Studien, welche die Bologna-Kriterien bereits
umgesetzt hätten, große Ernüchterung eintrete. Darüber hinaus
verzeichne man in Deutschland hohe Abbrecherquoten beim
Bachelor-Studium Medizin. In 19 europäischen Ländern hätte man die
Einführung des zweiphasigen Medizinstudiums gesetzlich ausdrücklich
untersagt, heißt es abschließend in der Resolution. (ms)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Email: [email protected]
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