- 24.06.2009, 13:44:03
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Wiener Gemeinderat (4)
Erster Bauabschnitt Wiener Hauptbahnhof
Wien (OTS) - GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) betonte, dass es sich
beim Hauptbahnhof um eines der größten Schienenprojekte der letzten
Jahrzehnte handle und dass er sich aufgrund dieser Bedeutung eine
umfassende Auseinandersetzung erwarte. Das Projekt hätte schon viel
früher starten müssen und zudem gebe es viel zu wenig Information.
Noch immer wisse man nicht, welche Züge zukünftig welchen Bahnhof
anfahren würden, er erwarte sich auch eine Bedienung des Bahnhofs
Hütteldorf für die Führung der Hauptverkehrsstrecken. Die
Liberalisierung des Schienenverkehrs stehe unmittelbar bevor, auch
hier sei man sich der Folgen noch nicht bewusst. Nachdem die Frequenz
der Personen von derzeit 45.000 auf das Dreifache steigen werde,
müsse die Kapazität der U-Bahn zumindest verdoppelt werden, denn die
Investitionen würden nichts bringen, wenn die gewonnene Zeit auf dem
Weg zum Bahnhof verloren gehen würde. Er plädierte für eine
Untertunnelung des Landstraßer Gürtels und brachte einen Antrag für
die Anbindung des Bahnhofs an eine zweite U-Bahn-Linie ein. Außerdem
wünsche sich die ÖVP Wien mehr Einbindung und Beteiligung am Projekt
Hauptbahnhof.
GR Dkfm. Dr. Ernst Maurer (SPÖ) sagte, dass ÖVP und Grüne das
Projekt, welches das wichtigste der vergangenen und kommenden Jahre
sei, schon immer "schlecht gemacht hätten". Der Bahnhof wäre durch
einen Tunnel optimal an die U1 angebunden, zudem sei dies auch kein
Pendlerbahnhof, wie Meidling oder Wien-Mitte, die noch besser an die
U-Bahn angebunden seien. Im weiteren gebe es im Bereich Hauptbahnhof
Schnellbahnen, Straßenbahnen, Busse, Radabstellplätze etc., außerdem
sei eine Seilbahnverbindung zum Südtiroler Platz geplant. Es gebe
stets genug Informationen für die betroffenen Bezirke, in
Info-Veranstaltungen würden alle Anfragen durch die Stadt Wien und
ÖBB aufgegriffen und beantwortet werden. Die Untertunnelung des
Gürtels erachte er nicht für sinnvoll, da man den Gürtel ja auch
verlassen können müsse.
GR Anton Mahdalik (FPÖ) erwähnte eingangs, dass die
Freiheitlichen das Projekt Hauptbahnhof unterstützen würden, da es
Vorteile für den öffentlichen Verkehr bringen würde. Trotzdem sei
nicht alles rosig zu sehen, zum Beispiel seien die Intervalle der
Wiener Linien zu lang und es herrsche Personalmangel, trotzdem würden
die Tarife regelmäßig erhöht. Man wundere sich seitens der FPÖ, warum
man auf die neuen EU-Richtlinien bezüglich Personal nicht früher
reagiert habe, noch heute würden 100 Leute bei den Wiener Linien
fehlen. Die SPÖ könne nicht stets auf die schwarz-blaue Regierung
verweisen, sondern solle selbst "endlich arbeiten". Auch hinsichtlich
Radwegplanung gebe es einige Verfehlungen, die zu einem hohem
Sicherheitsrisiko für die RadfahrerInnen führen würden. Ebenso
wiederhole man Fehler in der Straßenbahnplanung im Norden und
Nordosten Wiens.
GR Mag. Rüdiger Maresch (Grüne) sagte, dass er die Führung der
U2 bis in die Nähe des Hauptbahnhofs als "nicht sinnvoll erachte".
Vielmehr sehe er das Problem, dass man den Hauptbahnhof nicht von
Anfang an 300 Meter weiter westlich geplant habe, hier sehe er
Verfehlungen bei der ÖBB. Ein weiteres Problem seien die zu engen
Bahnsteige, Treppen etc., die auch in einer Studie vom Institut für
Raumplanung als risikoreich beschrieben wurden. Bezüglich Cable-Liner
bemängelte er die zu erwartenden Bau- und Betriebskosten, hier würden
die Grünen Förderbänder vorschlagen, die alle 40 bis 50 Meter
unterbrochen werden sollen. Man habe auch vergessen, dass viele
Güterzüge den Bahnhof frequentieren werden, die sehr laut wären, auch
hier habe man sich seitens der SPÖ keine Lösungen überlegt. Auch die
Ampelschaltung lasse für die FußgängerInnen zu wünschen übrig. All
dies spreche nicht für eine vorausschauende Planung beim Projekt
Hauptbahnhof, schloss Maresch. (Forts.) wil/gse
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