- 23.06.2009, 10:58:04
- /
- OTS0107 OTW0107
Wissenschaftsrat legt Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Krebsforschung an den Österr. Medizinischen Universitäten vor
Wien (OTS) - Über den Turbulenzen der letzten Tage um die
Empfehlungen des Österreichischen Wissenschaftsrates zur
Weiterentwicklung der Krebsforschung an den Medizinischen
Universitäten Wien, Innsbruck und Graz drohen die Empfehlungen in
ihrer eigentlichen Substanz in den Hintergrund zu geraten. Der
Wissenschaftsrat weist daher noch einmal auf den sachlichen Kern
seiner Empfehlungen hin:
Erfolge der klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Forschung
auf dem Gebiet der Prävention, Diagnose und Therapie haben zu einer
Steigerung der Überlebensraten und der Lebensqualität von
Krebspatienten geführt. Aufgrund des höheren Durchschnittsalters der
Bevölkerung muss aber mit einem weiteren Anstieg von
Krebserkrankungen und damit verbundenen Kostensteigerungen im
Gesundheitssystem gerechnet werden. Diese Ausgangssituation war
Anlass für das BMWF, den Österreichischen Wissenschaftsrat um eine
Erhebung des Status quo der Krebsforschung an den drei Medizinischen
Universitäten Innsbruck, Wien und Graz zu bitten.
"Die drei Standorte sind unterschiedlich weit entwickelt, ihre
Stärken und Schwächen sind zueinander komplementär: Innsbruck hat
seine Stärken in der Grundlagenforschung, Wien in der klinischen
Forschung und Graz in der Organisation gemeinsamer Forschungslabore
(Core facilities) und im Aufbau einer Biobank", fasst Prof. Guido
Adler, Mitglied im Medizinausschuss des Österreichischen
Wissenschaftsrates und Leiter der Arbeitsgruppe, zusammen.
Die jetzt vorliegenden Empfehlungen an die Medizinischen
Universitäten, die Forschungsförderer und das BMWF zeigen auf, welche
Maßnahmen erforderlich sind, um die Leistungsfähigkeit in der
Onkologie nachhaltig zu sichern bzw. zu steigern:
1. Die Medizinischen Universitäten sollten zusammen mit anderen
Leistungsträgern im Gesundheitswesen weitere Anstrengungen
unternehmen, um die Einflussfaktoren auf den Verlauf der
Tumorerkrankung zu verstehen, die Therapie zu individualisieren, die
Versorgungsqualität zu verbessern, die Lebensqualität der
Tumorpatienten zu steigern und Fehlversorgung abzubauen. Grundlage
hierfür ist, dass insbesondere in der Onkologie ein
interdisziplinärer Ansatz über Fächer- und Organisationsgrenzen
hinaus entscheidend zum Erfolg beiträgt. Es wird angeregt, an jeder
Medizinischen Universität alle an der Behandlung von Tumorpatienten
beteiligten Fachdisziplinen strukturell und funktionell eng
miteinander zu vernetzen und interdisziplinäre Behandlungspfade für
jede Tumorentität zu etablieren. Als übergeordnete Struktur bietet
sich hier das Konzept der so genannten Comprehensive Cancer Center
(CCC) an.
2. Eine bessere Vernetzung der klinischen Bereiche mit der an
bestimmten Standorten exzellent entwickelten onkologischen
Grundlagenforschung kann Österreich international im Bereich der
Onkologie eine Spitzenstellung einbringen.
3. Es wird empfohlen, verstärkt Programme zur konsequenten
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, vor allem in den
klinischen Fächern, einzurichten.
4. Zum Aufbau einer Exzellenzstrategie in der Onkologie wird
empfohlen, die öffentliche Förderung wissenschaftsinitiierter,
klinischer Studien zu steigern und die Einrichtung und Vernetzung von
Biomaterialbanken zu befördern. Daneben sollten klinische
Epidemiologie, Versorgungsforschung, Palliativmedizin und
Bioinformatik an den drei Universitäten nachhaltig ausgebaut werden.
Hinweis: Den vollen Text der Empfehlungen lesen Sie auf der
Homepage des Wissenschaftsrats: www.wissenschaftsrat.ac.at, unter
Empfehlungen/Stellungnahmen.
Rückfragehinweis:
Mag. Julia Prikoszovits, (0)1/319 49 99-20, Österreichischer Wissenschaftsrat, Liechtensteinstr. 22a, 1090 Wien
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WSR






