• 18.06.2009, 13:04:53
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Belakowitsch-Jenewein: Umbenennung des Josef-Weinheber-Platzes ist Denkmalsturm der übelsten Sorte!

Künstlerische Tätigkeit Weinhebers muß aus der Sicht seiner Zeit beurteilt werden!

Wien, 18-06-2009 (fpd) - Die geplante Umbenennung des
Josef-Weinheber-Platzes in Ottakring sei nichts anderes als ein
Denkmalsturm der übelsten Sorte. Ein Antrag der Grünen in der
Bezirksvertretung Ottakring ziele darauf ab, den Platz in Ottakring,
der dem bekannten Wiener Literaten Weinheber gewidmet ist, einen
neuen Namen zu geben, um die Person Weinheber aus dem öffentlichen
Gedächtnis zu streichen. Dabei werde - wie so oft - die
Mitgliedschaft Weinhebers in der NSDAP, sowie seine schöpferische
Tätigkeit während der NS-Zeit als Begründung mitgeliefert, so heute
die Bezirksparteiobfrau der FPÖ-Ottakring, NAbg. Dr. Dagmar
Belakowitsch-Jenewein.

Das literarische Schaffen Weinhebers ist mannigfaltig und nicht nur
solch unvergängliche Kunstwerke, wie etwa "Wien wörtlich", oder das
"erbauliche Kalenderbuch" O Mensch, gib acht sind Beispiele für die
Möglichkeit künstlerischer Gestaltung, die durch die Stoffästhetik
der damals bereits gängigen "Blut und Boden"-Doktrin gefährdet sind.
Wenn behauptet werde, Weinheber sei ein "bekennender
Nationalsozialist" gewesen, so werde damit das Wirken Weinhebers,
sowie aller anderen Schriftsteller, Musiker oder Intellektuellen in
der Zeit des 3. Reiches simplifiziert. Das Engagement sowohl von
Josef Weinheber, aber auch vieler anderer bedeutender Künstler jener
Zeit für die "nationale Erneuerung", war keineswegs auf einer
Annäherung an ideologische Positionen des Nationalsozialismus
gegründet. Weinheber etwa geht bereits 1934 wieder auf Distanz zur
NSDAP, der er ein Jahr zuvor als "Illegaler" beigetreten war. Im Jahr
1936 geht Weinheber auch auf kritische Distanz zum mittlerweile
etablierten NS-System im "Deutschen Reich" und entwickelt sich auch
zum "Anschluß"-Gegner. (siehe auch Zwischen Kosmos und Chaos. In:
Stimmen der Zeit. Katholische Monatsschrift für das Geistesleben der
Gegenwart, Jg. 67, Bd. 132, H. 12, Freiburg i. Br. September 1937, S.
366-373.)

Dem "schwarz-weiß" Denken der Grünen Gutmenschen, die hinter jedem
Baum einen versteckten Sympathisanten des NS-Regimes vermuten, sei
zudem ins Stammbuch geschrieben, daß die künstlerische Tätigkeit all
jener, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt und gewirkt
haben, natürlich aus der Sicht ihrer Zeit beurteilt werden müssen.
Weinheber, der sich Zeit seines Lebens nie etwas zu Schulden kommen
ließ, der für Generationen ein klassischer Wiener Literat,
Mundartdichter und Lyriker war und auch heute noch ist, hat im Mai
1945 den Freitod gewählt. Sein angeschlagener Gesundheitszustand,
sowie seine seit langem bekannte Alkoholkrankheit führten schon - wie
zahlreich erhalten gebliebene Briefe eindeutig belegen - Monate
vorher zu Depressionen und Suizidgedanken. Hier einen Bogen zu
"Rechtsextremismus" und "Menschenfeindlichkeit" zu konstruieren,
könne wirklich nur der verwirrten Denkweise grüner Politiker
entspringen, so Belakowitsch-Jenewein abschließend. (Schluss) jen/hn

Rückfragehinweis:
Klub der Freiheitlichen
Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

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