• 04.06.2009, 10:00:00
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KfV fordert Präventionsprogramm zur Senkung der Kriminalität

Wichtig sinde eine Überarbeitung der Kriminalstatistik und die intensivere Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Prävention braucht einen höheren Stellenwert.

Wien (OTS) - Steigende Kriminalitätszahlen wie etwa im Bereich der
Einbrüche in Einfamilienhäuser, bei dem laut Kriminalstatistik von
Jänner bis April 2009 um 37 Prozent mehr Delikte begangen wurden als
im Vergleichszeitraum 2008, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass
in Österreich in punkto Sicherheit Handlungsbedarf besteht. "Es ist
ein Sicherheitsgipfel notwendig, bei dem sich alle Akteure der
Kriminalitätsbekämpfung, sowohl Exekutive als auch Wissenschaft, an
einen Tisch setzen und gemeinsam ein Präventionsprogramm mit klaren
Zielen und Maßnahmen entwickeln", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des
Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Kriminalstatistik muss geändert werden

Ein wesentliches Element des Präventionsprogramms ist eine
zeitgemäße, wissenschaftlich begleitete Kriminalstatistik, die
derzeit nur begrenzte Aussagekraft besitzt. "Die jetzige Form der
Veröffentlichung von Zahlen ist nicht immer nachvollziehbar und
teilweise unpräzise. Damit Entwicklungen analysiert und Maßnahmen
abgeleitet werden können, muss die Kriminalstatistik für Experten und
auch für die breite Öffentlichkeit zeitnah und in regelmäßigen
Abständen verfügbar gemacht werden", fordert Thann. Zusätzliche
Erhebungen wie Dunkelfeldstudien, die sich mit der Zahl der nicht
angezeigten und daher in der Statistik nicht aufscheinenden Delikte
befassen, würden eine gute Ergänzung zur Kriminalitätsstatistik
darstellen. "Wir müssen uns den Entwicklungen stellen, um
zielgerichtet Schritte zur Senkung der Kriminalität setzen zu
können."

Präventionsarbeit in der Bevölkerung stärkt Sicherheitsgefühl und
reduziert Kriminalität

Der zweite wichtige Ansatzpunkt ist die Intensivierung der
Präventionsarbeit durch die Polizei. "Das Vertrauen in die Polizei
muss durch verstärkte Präsenz und den Kontakt zur Bevölkerung, auch
in Form von Beratung und Opferbetreuung, gefestigt werden. Nur wenn
die Polizei als Partner gegen Kriminalität gesehen wird, steigen die
Bereitschaft zur Kooperation, die soziale Kontrolle und das
Sicherheitsgefühl", betont Thann. Bewusstseinsbildende Maßnahmen für
die Bevölkerung, wie beispielsweise Sicherheits- und Verhaltenstipps
zum Schutz vor Einbruch, werden dann eher angenommen. Eine
Neuausrichtung der Polizei hin zu problemorientiertem Arbeiten, d.h.
ein Eingehen auf lokale Gegebenheiten und Entwicklungen, ist ebenso
notwendig wie die intensivere Zusammenarbeit mit anderen Akteuren aus
der Jugend- und Sozialarbeit, Nachbetreuungseinrichtungen und
Experten der Kriminalitätsforschung. "Die Arbeit der Polizei ist gut,
sie ist aber nicht alleine für die Bekämpfung der Kriminalität
verantwortlich und braucht Unterstützung, um noch effektiver arbeiten
zu können." Dazu zählen beispielsweise mehr personelle Ressourcen,
aber auch Qualitätsoffensiven von Aus- und Weiterbildung auf Basis
der Erkenntnisse aus der Kriminalitätsforschung.

Prävention braucht einen höheren Stellenwert

Im Zuge der Diskussion zu steigenden Kriminalitätsraten fällt oft die
Forderung nach höheren Strafen, effektiver ist aber die Prävention
von Straftaten. "Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung liegt
derzeit auf dem ,Danach', d.h. was getan werden kann, nachdem Delikte
begangen wurden. Genauso wichtig ist aber das ,Davor'. Umfassende
Präventionsarbeit soll Straftaten im Vorfeld verhindern und
Rückfälligkeit reduzieren. Damit kann sie die Wahrscheinlichkeit von
kriminellen Handlungen verringern", gibt Thann zu bedenken. "Wir sind
gerne bereit, an einem Präventionsprogramm mitzuarbeiten, um die
Kriminalität in Österreich langfristig und zielgerichtet zu senken."

Rückfragehinweis:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
   Kuratorium für Verkehrssicherheit 
   Marketing & Kommunikation
   Tel.: 05 77 0 77-1906 
   E-Mail: [email protected] 
   www.kfv.at

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