- 03.06.2009, 14:39:51
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Wachsender Trend: Immer mehr Österreicher behandeln ihre Beschwerden selbst
Mehr Menschen praktizieren selbstverantwortliches Gesundheitsmanagement und greifen zu rezeptfreien Arzneimitteln.
Wien (OTS) - Rund ein Viertel (*1) der österreichischen
Bevölkerung greift bei Erkältungen, Gelenksschmerzen, Allergischen
Symptomen oder Verdauungsbeschwerden zu rezeptfreien Medikamenten, so
die Gesundheitsbefragung der Statistik Austria. Dieses Ergebnis
zeigt, dass Selbstmedikation mit nicht-verschreibungspflichtigen
Arzneimitteln (OTC-Produkte) heute ein wesentlicher Bestandteil der
Gesundheitsversorgung ist. OTC-Produkte durchlaufen dasselbe
Zulassungsverfahren über ihre Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität
wie rezeptpflichtige Arzneimittel. Ziel der Interessensgemeinschaft
österreichischer Heilmittelhersteller und Depositeure (IGEPHA) ist
es, den Stellenwert der Selbstmedikation weiter auszubauen und den
verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit zu fördern.
Um das Image der Selbstmedikation in Gesellschaft und
Gesundheitswesen zu fördern, sichert und unterstützt die IGEPHA die
Verfügbarkeit von Produkten und Informationen. Im Jahr 2008 waren
rund 355.448 (*2) registrierte OTC-Produkte im Handel und es konnte
ein Verkaufszuwachs von 5,1 Prozent im Vergleich zu 2007 erreicht
werden. "Das stetig steigende Interesse bei
nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln spricht nicht nur von
einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein der Österreicher, sondern
auch für die Qualität der Produkte", so Alfred Grün, Präsident der
IGEPHA. Dabei ist die Produktpalette sehr vielfältig. So wird
zwischen rezeptfreien Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln,
diätetischen Lebensmitteln, Kosmetika und Medizinprodukten
unterschieden. "Für die IGEPHA sind Apotheker ganz besonders wichtige
Kooperationspartner, die als erste Ansprechpersonen für die
Weitergabe von Produktinformationen an die Patienten fungieren. Durch
ihre fachlichen Kompetenzen und ausgezeichneten Kenntnisse der
Arzneimittel und Gesundheitsprodukte gewährleisten sie als
wissenschaftliche Berater die sichere Einnahme von rezeptfreien
Medikamenten", bestätigt Alfred Grün. "Wichtig ist uns zu betonen,
dass Selbstmedikation nur bis zu einem gewissen Grad zielführend ist
und keineswegs einen ausstehenden Arztbesuch ersetzen kann", räumt
Grün ein. Um die rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen für
den europäischen OTC-Markt zu erweitern und abzusichern, hat die
Association of the European Self-Medication Industry (AESGP) bereits
im Jahr 2007 in Form der Smart Regulations ihre Vorschläge vorgelegt.
Diese werden bei der 45. AESGP-Jahrestagung, die von 3. bis 5. Juni
2009 in Wien stattfindet, diskutiert.
Sicherheit von OTC-Produkten durch Zulassungsverfahren garantiert
OTC-Produkte unterliegen einem strengen
Arzneimittelzulassungsverfahren auf Basis des Österreichischen
Arzneimittelgesetzes (AMG), das für alle Arzneimittelspezialitäten
(rezeptpflichtig und rezeptfrei) Gültigkeit besitzt. Experten der
AGES (*3) - Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit - überprüfen im Zuge des Zulassungsprozesses die
Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität des Arzneimittels. Ein
Arzneimittel wird nur dann zugelassen, wenn das vorliegende
Nutzen-Risiko-Profil im Verhältnis angemessen ist. Demzufolge sind
OTC-Produkte genauso wirksam und sicher wie rezeptpflichtige
Arzneimittel. Denn erst wenn alle Voraussetzungen in diesem
Zulassungsverfahren positiv beurteilt worden sind, darf das
OTC-Produkt in den Handel gebracht werden.
Gesundheit in eigener Hand
Das Gesundheitsbewusstsein der Österreicher führt zu einem
verstärkten selbstverantwortlichen Handeln im Umgang mit dem eigenen
Wohlbefinden. Selbstmedikation umfasst alle Handlungen, die der
Einzelne für sich und seine Familie vornimmt, um gesund zu bleiben
oder geringfügige Erkrankungen wie Erkältungen oder Kopfschmerzen
selbst zu behandeln. Dieses Handeln basiert auf dem Wissen und der
Information, die ihm zur Verfügung steht. Seit einigen Jahren ist die
Selbstmedikation ein zunehmender Trend europaweit geworden.
"Eigenverantwortung und Prävention werden zu immer wichtigeren
Paradigmen für die individuellen Entscheidungen der Patienten. Denn
es besteht ein großer Wunsch danach, die kleinen Leiden des Alltags
wie etwa Kopfweh, leichte Erkältungen oder Magen-Darmstörungen selbst
in die Hand zu nehmen, bevor man den Arzt konsultiert", bestätigt
Hubertus Cranz, Vorstandsvorsitzender der AESGP.
Kosteneinsparungspotential durch OTC-Produkte
"Verantwortungsvolle Selbstbehandlung und Selbstmedikation stellen
eine sinnvolle Eigeninitiative dar, deren gesundheitspolitischer und
ökonomischer Effekt in Österreich noch viel zu wenig anerkannt wird.
Die Selbstmedikation leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung
der Solidargemeinschaft der Versicherten. Dieser Entlastungseffekt
geht weit über die Kosten der selbstfinanzierten Arzneimittel
hinaus", betont Alfred Grün. "Wenn Patienten wissen und verstehen
lernen, wie sie die Behandlung ihrer kleinen Leiden selbst in die
Hand nehmen können, hätte das eine positive Wirkung sowohl auf das
Befinden der Bevölkerung als auch auf das Gesundheitssystem im
Ganzen", so Grün weiter. Dadurch können zusätzliche Kosten für
ärztlich verordnete Arzneimittel und eine breite Palette weiterer
Belastungen für das Gesundheitssystem vermieden werden.
IGEPHA will mit "Smart Regulations" die Zukunft der OTC-Produkte
sichern
Die IGEPHA will in Österreich im Interesse des modernen Menschen
Selbstmedikation fördern und eine breite Auswahl an hochqualitativen
Behandlungsoptionen zur Verfügung stellen. Unter dem Titel "Smart
Regulations 2015" wurden bereits im Jahr 2007 Vorschläge für eine
künftige Regulierung des europäischen Marktes von OTC-Produkten
gemacht. Sie thematisieren die wichtigen Bereiche Werbung,
Information, europaweite Regelungen sowie staatliche Intervention und
bringen Lösungen ein, die den Marktzugang für OTC-Produkte
erleichtern sollen. Die Smart Regulations sollen den Dialog zwischen
den einzelnen Vertretern des Gesundheitswesens fördern, um den stetig
wachsenden gesellschaftlichen Trend des selbstverantwortlichen
Gesundheitsmanagements voranzutreiben. Die Implementierung und
praktische Umsetzung der Smart Regulations werden ein zentrales Thema
der diesjährigen AESGP-Jahrestagung sein. Dabei kommen unter dem
Motto "Changing Landscapes of Self-Care" Referenten aus Europa
zusammen, um über die rechtlichen, wirtschaftlichen und praktischen
Veränderungen, die sich derzeit im Bereich der Selbstmedikation
vollziehen, zu sprechen. Während der Tagung soll der Frage nach den
sich verändernden europäischen Rahmenbedingungen für OTC-Produkte
nachgegangen werden, um eine optimale gesellschaftliche
Gesundheitsversorgung auch künftig zu gewährleisten. "Wir wollen uns
bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten. Die Industrie muss sich
darauf einstellen, dass die Verbraucher neben einer wesentlich
besseren Produktleistung auch eine höhere Kommunikations-Qualität
erwarten. Der Innovationsdruck für die Unternehmen steigt. Auch von
regulatorischer Seite wachsen die Anforderungen: Wenn mehr Produkte
in die Rezeptfreiheit überführt werden, heißt das nicht, dass dies
mit Erleichterungen für die OTC-Hersteller verbunden ist. Im
Gegenteil: Die Industrie muss zukünftig viel stärker evidenzbasiert
argumentieren, wenn es um Arzneimittelsicherheit oder Wirksamkeit
geht. Eine Voraussetzung ist es hier, dass die EU die
Arzneimittelsicherheit verbessert und verstärkt, sodass
Sicherheitsrisiken erkannt und beseitigt werden können", so Hans
Regenauer, Präsident AESGP, über die Herausforderungen des
zukünftigen OTC-Marktes.
Webtipp zur Selbstmedikation: www.igepha.at
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
*1 STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2006/2007. Einnahme von
ärztlich nicht verordneten Medikamenten 2006/2007. Erstellt am
18.07.2008. Grundgesamtheit: Personen im Alter von 15 und mehr
Jahren.
*2 2009 IMS Health Incorporated or its affiliates.
*3 AGES PharmMed
Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH Mag. Elisabeth Kranawetvogel Mag. Nives Gobo |Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-37 bzw. 40 e-Mail: [email protected]
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