Wien (OTS) - Drei Jahre lang begleitete der Österreichische
Wissenschaftsrat die Implementierung des UG 2002 an den staatlich
finanzierten Kunstuniversitäten und führte in dieser Zeit zahlreiche
Gespräche mit Universitätsleitungen sowie in- und ausländischen
Expertinnen und Experten. Die Ergebnisse wurden mitsamt Empfehlungen
heute im Rahmen einer Pressekonferenz vom Vorsitzenden des
Wissenschaftsrates, Prof. Jürgen Mittelstraß, und der Leiterin der
Arbeitsgruppe Kunstuniversitäten im Wissenschaftsrat, Prof. Dame
Janet Ritterman, präsentiert. Bericht und Empfehlungen sollen als
starker Impuls für die weitere Entwicklung der Kunstuniversitäten
dienen.
Für die staatlich finanzierten Kunstuniversitäten bedeutete die
Änderung ihres Hochschulstatus, die 1998 in Kraft getreten war, neue
Herausforderungen - Herausforderungen, die mit der Implementierung
des UG 2002 noch einmal erheblich gestiegen sind. "Mit seinen
Analysen und Empfehlungen sucht der Wissenschaftsrat diese
Herausforderungen, die sich im innerösterreichischen Verhältnis wie
international stellen, näher zu identifizieren und Vorschläge zu
machen, deren Befolgung geeignet ist, den Ruf, die Stellung und den
Einfluss der österreichischen Kunstuniversitäten auch in Zukunft
weltweit zur Geltung zu bringen", erklärte Vorsitzender Mittelstraß.
Zu den Empfehlungen, die der Wissenschaftsrat an die
Wissenschaftspolitik richtet, gehören:
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- Erhöhung der Investitionen in die technische Infrastruktur der
Kunstuniversitäten
- Öffnung des Zugangs zu allen Förderinstrumenten im Bereich der
Kulturförderung für Kunstuniversitäten
- Einrichtung von geeigneten Strukturen zur Förderung der
(künstlerischen) Forschung
- Aufbau einer Nationalen Stiftung zur finanziellen Unterstützung
junger KünstlerInnen
- Einrichtung von Fördermöglichkeiten (Fellowship-Programme) durch
Verbindungen zwischen creative industries und Sektionen der
Kunstuniversitäten.
- Etablierung eines Prüfungs- und Monitoringsystems für
Vorbereitungslehrgänge an Musikuniversitäten
~
Den Kunstuniversitäten empfiehlt der Wissenschaftsrat unter anderem:
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- Überprüfung der Instituts- und Abteilungsstrukturen
- Stärkere Beachtung moderner Entwicklungen an den Kunsthochschulen
Europas
- Wahrnehmung von Initiativen wie Erasmus Mundus zur Steigerung der
Attraktivität österreichischer Kunstuniversitäten
- Weitere Klärung des Forschungsbegriffs im Bereich der Kunst sowie
des Begriffs einer Entwicklung und Erschließung der Künste
- Verbesserung der Verbindung zu den creative industries
- Verstärkung der interuniversitären Kooperation
- Unterstützung beim Aufbau einer vorakademischen
Qualifikationsschiene
~
Ferner spricht der Wissenschaftsrat spezielle Empfehlungen für die
Disziplinen Musik, Bildende und mediale Kunst sowie Gestaltung,
Darstellende Kunst und Architektur aus.
Ein wesentlicher Beitrag in den Empfehlungen betrifft die Klärung
des Forschungsbegriffs und des Begriffs der Entwicklung und
Erschließung der Künste. Dem diente auch eine vom Wissenschaftsrat
veranstaltete Tagung im Dezember des vergangenen Jahres zum Thema
"Kunst und Forschung". Der Wissenschaftsrat hofft mit seinen
Überlegungen und Empfehlungen auch Einfluss auf die internationale
Entwicklung im Bereich der Kunsthochschulen zu nehmen.
"2009 soll das Jahr der Kreativität und der Innovation in Europa
werden. Dies sind Werte, die auch den Kunstuniversitäten am Herzen
liegen müssen - sie stellen den Kompass dar, nach dem die
Universitäten steuern, und zugleich die Maßstäbe, nach denen auf
längere Sicht ihr Erfolg beurteilt werden wird. Bei aller Betonung
der Stärken einer kulturellen Tradition, auf denen sie beruhen und
aus denen sie ihre Stärken ziehen, sind es vor allem diese Werte
selbst, die die Entwicklung der österreichischen Kunstuniversitäten
in den kommenden Jahren leiten sollten," schloss Dame Janet
Ritterman.
Hinweis: Den vollen Text der Empfehlung lesen Sie auf der Homepage
des Wissenschaftsrats: www.wissenschaftsrat.ac.at,
unter Empfehlungen/Stellungnahmen.
Rückfragehinweis:
Mag. Julia Prikoszovits
Tel.:(0)1/319 49 99-20
Österreichischer Wissenschaftsrat
Liechtensteinstr. 22a, 1090 Wien
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OTS0112 2009-06-03/11:30
031130 Jun 09
WSR0001 0522