- 28.05.2009, 12:03:55
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Berlakovich: Tiergärten und Zoos sind wichtige Partner bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt
Wiederansiedlungsprojekt: Der Habichtskauz kehrt in die heimischen Wälder zurück
Wien (OTS) - Der Alpenzoo Innsbruck ist ein wichtiger Partner für
das Lebensministerium in der Umsetzung der Kampagne "vielfaltleben"
Vor allem für junge Menschen aus den Städten sind Zoos und Tiergärten
oft der erste Kontakt zur Natur. Zoos und Tiergärten sind so eine
Kinderstube für Naturschützer von morgen. Durch die erfolgreiche
Zusammenarbeit auch mit den Alpenzoo Innsbruck konnte ein
einzigartiges Projekt im Alpenraum durchgeführt werden: Die
Wiederansiedlung des Bartgeiers ist eines der erfolgreichsten
Artenschutzprojekte im Nationalpark Hohe Tauern und ein
internationaler Beitrag für die Vielfalt der Tierwelt in den Alpen.
"Ich freue mich, dass heute ein bedeutsamer Beitrag zu einem weiteren
wichtigen Wiederansiedlungsprojekt gesetzt wird: Die Rückkehr des
Habichtskauzes, der größten Eule in unseren heimischen Wäldern," so
Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich heute im
Innsbrucker Alpenzoo.
Die in Tiergärten durchgeführten Zuchtprogramme für bedrohte und
gefährdete Arten schaffen die Grundlage für die Wiederansiedlung in
unserer Natur. Sie sind die heutige "Arche Noah" für gefährdeten,
seltene oder bereits ausgestorbenen Arten - wie z.B. auch alte und
seltene Nutz- und Haustierrassen oder Steinwild, die im Alpenzoo
Innsbruck erhalten werden.
Wiederansiedlung des Habichtkauzes - Erhalt der Artenvielfalt
Der Habichtskauz ist die größte Waldeule Mitteleuropas. Die von ihm
bewohnten Habitate müssen verhältnismäßig große Anteile offener
Wälder aufweisen. Vor allem ältere Laub- und Mischwälder sowie
Buchenwälder werden bevorzugt, da diese sehr nahrungs- bzw. auch
höhlenreich (Brutgelegenheiten) sind. Kleine Wiesen, Weiden und
Schläge werden für den Nahrungserwerb aufgesucht. Daher kommen
mosaikartige Lebensräume mit hohem Waldanteil den Bedürfnissen des
Habichtskauzes am besten entgegen. Eingriffe im Wald (großflächige
Abtriebe, Schläge) sowie Intensivierungen (z.B. Umwandlung von Wiesen
in Ackerland) führen zur Reduktion der Nahrungsbasis. Der
Habichtskauz profitiert von den Extensivierungsmaßnahmen in der
landwirtschaftlichen Praxis, etwa von den Maßnahmen im Rahmen des
Agrarumweltprogramms ÖPUL wie extensive Beweidungsprogramme oder
Erhaltung von Weiden.
Der Habichtskauz steht in Österreich und ganz Europa unter
strengem Schutz, sowohl durch das Internationale
Artenschutzübereinkommen CITES als auch durch die
EU-Vogelschutzrichtlinie. In Österreich ist er durch das Jagdrecht
bzw. das Naturschutzrecht ganzjährig geschützt.
In Österreich galt der Habichtskauz seit ca. 1925 als verschollen.
Seit mehr als 20 Jahren laufen nun intensive Bemühungen um den Schutz
und die Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Österreich. Für die
Wiederansiedelung werden in Tiergärten gezüchtete Käuze
herangezogen.
Das Lebensministerium hat die Erstellung eines "Aktionsplan
Habichtkauz" mitfinanziert, der die fachliche Grundlage für aktuelle
Wiederansiedlungsprojekte bildet. Träger eines aktuellen
Wiederansiedlungsprojekts in Niederösterreich sind das Bundesland
Niederösterreich, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und
Ökologie sowie die österreichischen Bundesforste. Die im Tiergarten
Schönbrunn geschlüpften Jungtiere sollen in den Sommermonaten im
Biosphärenpark Wienerwald sowie im Wildnisgebiet Dürrenstein
freigelassen werden.
Als Schirmart steht die Wiederansiedlung des Habichtskauzes aber
auch für die Erhaltung anderer gefährdeter Arten wie Rauhfußkauz,
Hasel- oder Auerhuhn und z.T. auch Schwarzstorch, die auf ähnliche
Lebensräume wie der Habichtskauz angewiesen sind. Auch für die
Nachzucht von Habichtskäuzen im Alpenzoo Innsbruck, bzw. deren
Auswilderung bildet der Aktionsplan des Lebensministeriums die
fachliche Grundlage.
Biodiversität erhalten - Kampagne vielfaltleben
Die großartige und beeindruckende Vielfalt in unserer Natur ist
ein großer Schatz: Österreich zählt zu den artenreichsten Ländern
Europas. Darauf können wir Österreicher stolz sein, das ist aber auch
zugleich eine Verpflichtung für uns. Österreich hat sich im Rahmen
der EU sowie auf internationaler Ebene auch dazu verpflichtet. "Daher
habe ich diesen Jänner eine zweijährige Naturschutzinitiative
gestartet: die Kampagne "vielfaltleben", so Berlakovich. Sie ist die
bisher größte Naturschutzinitiative in Österreich.
Mit der Kampagne wollen wir gefährdete Arten und Lebensräume
schützen und erhalten. Konkret werden etwa 25 spezifische
Artenschutzprojekte in ganz Österreich durchgeführt, vom "Oberen
Inntal" im Westen bis zum Neusiedler See im Osten. 21 Arten und 4
Schwerpunktregionen stehen im Mittelpunkt der Kampagne, wobei diese
Arten aber für mehr als 100 bedrohte Arten und Lebensräume in
Österreich stehen. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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