- 25.05.2009, 11:39:01
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Ein Jahr Sozialmarkt Wien
Sozialmarkt Wien begeht einjähriges Bestehen. Sozialminister Hundstorfer will Chancengleichheit für Sozialmärkte herstellen.
Wien (OTS) - Keinen wirklichen Grund zum Feiern sieht Alexander
Schiel (30) anlässlich des einjährigen Bestehens seines Sozialmarktes
im 10. Wiener Gemeindebezirk, den er am 26. Mai 2008 in der
Braunspergengasse 10 eröffnet hat. Seit November betreibt Schiel mit
seinem ehrenamtlich arbeitenden Team auch einen zweiten Markt in
Hernals. Insgesamt verzeichnet der Sozialmarkt-Gründer, der bisher
gänzlich ohne Förderungen von Bund und Land auskommen musste, 18.000
Mitglieder, bei denen es sich um sozial benachteiligte Menschen mit
einem Monatseinkommen von unter 900 Euro wie beispielsweise
Langzeitarbeitslose, Pensionisten oder auch Studenten handelt. Im
ersten Jahr des Bestehens erwarben diese 750 Tonnen Waren, die um ein
Drittel des üblichen Diskontpreises angeboten oder manchmal auch
verschenkt werden und meist aus Überproduktionen stammen, oder durch
Verpackungsschäden nicht über den herkömmlichen Lebensmittelhandel
vertrieben werden. Besonders begehrt sind Brot, Getränke, Süßwaren
und Kosmetikartikel. Unter anderem unterstützen Ankerbrot, Coca Cola,
Manner, NÖM, Maresi, Beiersdorf, Lorenz, Teekanne, Kraft Food, Nivea,
Darbo, Recheis, Unilever, Nestlé, Knorr, Inzersdorfer, Kotanyi, Jomo,
Wiesbauer, Felix Austria und viele andere mehr den Sozialmarkt Wien
mit solchen Produkten.
Dritter Markt in Planung. Allerdings nur mit Förderungen
realisierbar.
"Wir gehen aktuell von rund 200.000 Menschen in der
Bundeshauptstadt aus, die unter 900 Euro im Monat verdienen. Momentan
können wir gerade mal knapp zehn Prozent von ihnen versorgen. Der
Bedarf steigt durch die aktuelle Wirtschaftslage laufend an", erklärt
Schiel. In rund vier Monaten möchte er mit seinem gemeinnützigen
Verein einen dritten Sozialmarkt eröffnen, mit dem er die
einwohnerstarken Bezirke Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt
bedienen möchte. Der Markt soll 40 Stunden pro Woche geöffnet sein
und auch Lehrlingen neue Arbeitsplätze bieten. "Ohne Unterstützung
aus der öffentlichen Hand wird das allerdings nicht möglich sein",
stellt Schiel fest, der sich um die Finanzierung von Mieten und
Infrastruktur sorgt.
Sozialminister verspricht Chancengleichheit.
Mittlerweile kann Schiel etwas zuversichtlicher als noch vor einem
Jahr, als ihm Ex-Minister Erwin Buchinger (S) eine klare Absage für
Förderungen erteilte, in die Zukunft blicken. In der ORF-Sendung
"Bürgerforum" vom 24. März 2009 sicherte Sozialminister Rudolf
Hundstorfer (S) zu, künftig Chancengleichheit unter den Sozialmärkten
herstellen zu wollen, zumal die Trägervereine anderer Sozialmärkte
mit teils beachtlichen Summen von Bund und Ländern unterstützt
werden. Hundstorfer lud Schiel live im Fernsehen zum persönlichen
Gespräch ein und betonte, dass es sich bei dieser Einladung nicht um
"leere Worthülsen" handle. Ein erstes Gespräch zwischen dem Minister
und dem Sozialmarkt-Initiator soll nun am 9. Juni 2009 stattfinden.
(S E R V I C E - Sozialmarkt Wien, Website:
http://www.sozialmarkt.com)
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