• 14.05.2009, 14:56:24
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Führungspositionen an Universitäten noch immer von Männern dominiert

Mit 40 Prozent-Quote in allen universitären Bereichen Problem entgegen wirken

Wien (SK) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellte
gestern, Mittwoch, bei der Verleihung des
Johanna-Dohnal-Förderpreises klar: Obwohl an fast allen heimischen
Universitäten mehr weibliche Studierende als männliche zu verzeichnen
wären, seien nur 14 Prozent der Professoren weiblich, so die
Ministerin. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betonte, dass der
Preis mehr sei, als nur Geld zu geben. Es gehe auch darum, die Frauen
in den Mittelpunkt zu stellen. Frauenministerin außer Dienst, Johanna
Dohnal, äußerte sich zum Thema Schulen und kritisierte, dass auf
politischer und gewerkschaftlicher Seite seit Jahrzehnten gegen eine
Reform der LehrerInnenausbildung und des Schulsystems gemauert werde.
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Die jungen Frauen, die heute ausgezeichnet werden, hätten einen
Beitrag geleistet, um die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie
voranzutreiben. Aber sie seien auch Vorbild für junge Frauen, sich
für untypische und technische Studienrichtungen zu entscheiden.
Heinisch-Hosek stellte klar: Was den Machtfaktor betreffe, seien die
österreichischen Universitäten noch immer von Männern dominiert. Eine
40-Prozent-Quote in allen universitären Bereichen solle dem Problem
entgegen wirken. Heinisch-Hosek betonte, dass es für Österreich
ebenfalls ein beschämendes Zeichen sei, wie mit Frauen umgegangen
werde, die sich für ein Rektorenamt bewerben oder bereits dieses Amt
besetzt hätten.

Es gehe darum, in allen Bereichen die Gleichstellung von Frauen
voranzutreiben, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen,
Schritte zu setzen, um die Einkommensschere zu verkleinern und mehr
Vollzeitarbeitsplätze für Frauen zu schaffen, so Heinisch-Hosek. Die
Ministerin zeigte sich überzeugt, dass mit dem Nationalen Aktionsplan
für Gleichstellung eine gute Zeit begonnen hätte. Es gehe endlich
darum, wie die Gleichstellung umzusetzen sei und bis 2013 einiges
bewegt werden könne.

Johanna-Dohnal-Förderpreis sei mehr als nur Geld geben

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer war die Initiatorin des
Dohnal-Förderpreises, der als Geschenk an Johanna Dohnal anlässlich
ihres 65. Geburtstag galt. Dieser entstand gerade in Zeiten, in denen
die Studiengebühren eingeführt wurden. Dohnal hätte sich damals laut
und vehement dagegen gewehrt, weil die damalige Situation für Frauen
sehr schwierig gewesen sei. Dohnal habe deshalb die Studiengebühren
für ein Jahr ersetzt, so Prammer. Dies wären die ersten Förderungen
gewesen. Bisher hätte man den jungen Wissenschaftlerinnen Stipendien
und Förderpreise in Höhe von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Insgesamt wären bisher 26 Frauen ausgezeichnet worden, wie Prammer
erklärte. Sie betonte, dass der Preis mehr sei, als nur Geld zu
geben. Es gehe auch darum, die Frauen in den Mittelpunkt zu stellen,
ihnen zu ermöglichen, ihre Arbeit zu präsentieren und vor allem
namentlich erwähnt zu werden.

An der Zeit Bildungssystem zu reformieren

Johanna Dohnal sprach gestern das Thema "Schule" an. "Überall höre
ich, wie wichtig Investitionen für Forschung und Entwicklung für die
Zukunft sind." Wer solle in Zukunft forschen, wenn nicht jene, die
sich heute in den Kindergärten, an den Schulen und den Universitäten
befänden. Dohnal betonte, dass viele Kinder und junge Menschen die am
besten ausgebildeten PädagogInnen und Ausbildungsstätten in denen
Lernen Spaß mache, bräuchten. Dohnal stellte klar: "Um die
finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, ist es jetzt an der
Zeit." Dohnal kritisierte, mit welcher Selbstverständlichkeit Banken
enorme staatliche Absicherungen kassieren, während von der
Bildungsministerin Einsparungen verlangt würden. Niemand könne Dohnal
Glauben machen, dass damit ein starres, veraltetes Schulsystem
reformierbar wäre.

Die Frauenministerin a.D. erklärte ebenfalls, dass sie kein
Problem damit hätte, wenn sich Lehrergewerkschaften für ihre
Mitglieder einsetzen und für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.
Jedoch finde sie es unerträglich, wenn auf politischer und
gewerkschaftlicher Seite seit Jahrzehnten gegen eine Reform der
LehrerInnenausbildung sowie im Schulsystem gemauert werde. Dohnal
wäre froh, wenn endlich das beginnen könnte, was den Namen Reform des
Bildungssystems verdienen würde. Ein System, wo optimale
Vorraussetzungen für LehrerInnen geschaffen und Investitionen in
LehrerInnenausbildung und in die räumliche Ausstattung, getätigt
werden würden. Dazu gehören, laut Dohnal, auch pädagogische Konzepte,
die Talente fördern. "Alle Kinder müssen dieselbe Chance erhalten",
so Dohnal. (Schluss) ab

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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