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Hamburg (ots) -
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Paid Content ist kein wirksames Instrument, um im Internet Geld zu
verdienen. Die deutschen Verlage sind weiter auf der Suche nach
Finanzierungsmodellen und erteilen bezahlten Inhalten eine Absage. So
lautet das Fazit einer Diskussionsveranstaltung von news aktuell in
Frankfurt. Mehr als 200 Kommunikationsfachleute kamen gestern zum
media coffee der dpa-Tochter ins Museum für Kommunikation. Moderiert
wurde der Abend von Medienautor Kai-Hinrich Renner vom Hamburger
Abendblatt.
"Mit Paid Content Geld zu verdienen, war vor einigen Jahren ein
schöner Traum. Jetzt stellen sich einige hin und sagen, wir wollen
diesen Traum nochmal träumen. Auch die werden wieder aufwachen und
merken, dass es nicht funktioniert", prophezeite Chefredakteur Dr.
Uwe Vorkötter von der Frankfurter Rundschau. Er betonte dagegen, dass
große Verlage stärker als bisher auf Synergieeffekte setzen müssen.
"Da, wo sich die Identitäten verschiedener Titel nicht berühren, kann
man Inhalte austauschen. Wir nutzen unsere Ressourcen so, dass wir
nicht doppelt und dreifach arbeiten, wo es nicht nötig ist. Das ist
der Schlüssel, um am Ende erfolgreich zu sein." Auch Frank Thomsen,
Chefredakteur von stern.de, ist nicht der Meinung, dass Bezahlinhalte
eine Möglichkeit sind, die Internetangebote der Verlage in Zukunft
profitabel zu machen. "Ich glaube nicht, dass es in Deutschland ein
Kartell für Paid Content geben wird. Und wir werden da auch nicht
vorpreschen. Das wäre Selbstmord." Thomson apellierte vielmehr an die
Branche, mehr Augenmerk auf ihr Kernprodukt zu legen. "Wir dürfen
nicht ausschließlich über Geld reden. Nur wenn wir guten Journalismus
machen, werden wir überhaupt die Chance haben, gekauft zu werden."
Eine ähnliche Auffassung vertrat Christoph Amend, Redaktionsleiter
des ZEITmagazins, das kürzlich erst zum Lead Magazin des Jahres 2009
gekürt wurde. Er kritisierte, die Printtitel seien teilweise selbst
verantwortlich dafür, dass sich Konsumenten von ihnen abwenden. "Wenn
man in den Tageszeitungen kaum Inhalte findet, die von eigenen
Autoren stammen, dann liefern die Blätter selbst die beste
Entschuldigung, warum die Leser sie nicht mehr lesen." Er forderte
mehr Kreativität und ist überzeugt davon, dass das Konzept Zeitung
weiterhin eine Zukunft hat. "Leser sind bereit, Geld für eine Zeitung
auszugeben, wenn sie eigene tiefgründige Inhalte bietet. Wenn es
Geschichten gibt, die sie woanders nicht bekommen." Etwas weniger
Optimismus in Bezug auf die klassischen Medien zeigte
Handelsblatt-Reporter und Blogger Thomas Knüwer. Er sieht weitere
Abbauwellen in den Redaktionen kommen und bezeichnete auch die
technische Basis vieler News-Angebote im Netz als Besorgnis erregend.
"Die Redaktionskapazitäten sinken, die Ansprüche steigen", resümierte
der Autor des bekannten Blogs "Indiskretion Ehrensache". Außerdem
verwies der Medienexperte darauf hin, dass es den Verlagen bisher
nicht gelungen sei, das Produkt Zeitung bei jungen Menschen
erfolgreich zu positionieren. "Da werden Fehler im Marketing
gemacht." Auch kritisierte Knüwer, dass viele Zeitungshäuser ihre
wahren Abonnentenzahlen verschleiern, in dem sie die Leser mit
hochwertigen Geschenken locken. "Wir dürfen uns nicht in die Tasche
lügen. Wenn es statt des iPods nur noch die Billig-Kaffeemaschine als
Geschenk für neue Abonnenten gibt, dann erst sehen wir die
tatsächliche Käuferstruktur."
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe:
www.mediacoffee.de
Gesammelte Twitter-Beiträge zum media coffee gestern:
http://search.twitter.com/search?q=%23mediacoffee
Weitere Veranstaltungen "Gewinner und Auslaufmodelle - Wer
profitiert von der Medienkrise?":
MÜNCHEN, Montag, 15.06.2009, 18:30 Uhr, hbw - Haus der Bayerischen
Wirtschaft, Max-Joseph-Straße 5, 80333 München,
www.mediacoffee.de/node/244
DÜSSELDORF, Mittwoch, 26.08.2009, 18:30 Uhr, Verlagsgruppe
Handelsblatt GmbH, Kasernenstraße 36, 40213 Düsseldorf
www.mediacoffee.de/node/532
BERLIN, Mittwoch, 07.10.2009, 18:30 Uhr, Stiftungshaus der
Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Schumannstr. 8, 10117 Berlin
www.mediacoffee.de/node/245
Ein Video zur Veranstaltung wird news aktuell heute gegen 11.30
Uhr veröffentlichen.
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Jens Petersen
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