- 11.05.2009, 13:03:40
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Zur aktuellen Diskussion um nationale Zusatzerhebungen bei den Bildungsstandards und PISA 2009
Wien (OTS) - Österreich beteiligt sich seit Mitte der 90er Jahre
vermehrt an den internationalen vergleichenden Schuluntersuchungen
(PISA, TIMSS, PIRLS). Die damit verbundenen Begleituntersuchungen
haben wesentlichen Anteil daran, dass in Österreich inzwischen Daten
für eine wirkungsvolle Bildungsforschung zur Verfügung stehen.
Schon die bisherigen Zusatzerhebungen dieser Art, insbesondere zu
PISA 2000, PISA 2003, PISA 2006 haben wesentliche Einsichten über das
Funktionieren des österreichischen Bildungssystems gebracht, speziell
zur Bedeutung des familiären Hintergrundes der Schüler/innen, zur
Situation der Geschlechter in der Schule oder zur Situation der
Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie haben wesentlich dazu
beigetragen, dass sich endlich auch in Österreich eine
Bildungsdiskussion entwickelt hat, die sich nicht allein auf - oft
parteipolitisch gefärbte - Meinungsäußerungen, sondern auf
unabhängige Forschung stützen kann.
Derzeit wird heftige Kritik an den Zusatzerhebungen bei der
Messung der nationalen Bildungsstandards und von PISA 2009 geübt. Als
Forscher/innen, die an diesen Untersuchungen beteiligt sind,
registrieren wir mit großer Betroffenheit, dass aufgrund von
Problemen bei der Durchführung dieser Erhebungen der gesamte
Forschungsprozess in Zweifel gezogen wird.
Wir haben großes Interesse daran, mit den betroffenen Gruppen -
Lehrer/innen, Eltern, Schüler/innen - ihre Bedenken zu diskutieren,
an Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten und die Rahmenbedingungen für
derartige Untersuchungen so festzulegen, dass sie von den Beteiligten
akzeptiert werden können.
Ein weitgehender Verzicht auf Zusatzerhebungen, wie er derzeit
propagiert wird, hätte zur Folge, dass mit großem Aufwand erhobene
Daten nicht sinnvoll ausgewertet und damit wichtige
Erkenntnismöglichkeiten für Maßnahmen zur Weiterentwicklung des
österreichischen Bildungswesens nicht genützt werden können.
Univ. Prof. Dr. Herbert Altrichter, Universität Linz
Univ. Prof. Dr. Johann Bacher, Universität Linz
Univ. Ass. Dr. Margit Böck, Universität Salzburg
Univ. Prof. Dr. Ferdinand Eder, Universität Salzburg
Univ. Prof. Dr. Johannes Mayr, Universität Klagenfurt
Doz. Dr. Angelika Paseka, Pädagogische Hochschule Wien
Univ. Prof. Dr. Christiane Spiel, Universität Wien
Univ. Prof. Dr. Annemarie Saxalber-Tetter, Universität Klagenfurt
Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Eder Universität Salzburg Fachbereich Erziehungswissenschaft Akademiestraße 26, A-5020 Salzburg Tel.: 0662-8044-4201 Mobil: 0664-8289282 mailto:[email protected]
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