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Neues Volksblatt: "Sein & Schein" (von Michael Kaltenberger)
Ausgabe vom 8. Mai 2009
Linz (OTS) - Die Nervosität und Gereiztheit der SPÖ im oö. Landtag
war gestern mit Händen zu greifen. Kein Wunder, denn ein schlechtes
Gewissen ist kein sanftes Ruhekissen. Offensichtlich drückte die
tiefe Kluft zwischen Sein und Schein, zwischen Tun und Reden,
zwischen der eigenen finanziellen Gebarung und der politischen
Agitation einigermaßen aufs Gemüt.
Wenn das so ist, besteht vielleicht doch noch ein wenig Hoffnung auf
Besserung.
Wer kann sich schon wohl fühlen, wenn er im Landtag, völlig zu Recht,
über die Abzocker wettert, die Gier anprangert und die ungerechte
Verteilung der Steuerlasten beklagt - im Wissen, dass er selbst sein
Vermögen in einer Stiftung vor dem Staat in Sicherheit gebracht hat.
Zur Klarstellung: Stiftungen sind legal, niemandem soll ein Vorwurf
gemacht werden. Aber: Die Vorteile in Anspruch zu nehmen und
gleichzeitig publikumswirksam nach Steuergerechtigkeit zu rufen - das
passt nicht zusammen. Genau so wie es nicht zusammenpasst, dass der
oö. SPÖ-Chef die Dividendenzahlungen der Voest anprangert, während
die SPÖ-dominierte Linz AG ordentlich Dividenden ausschüttet.
Wie gesagt: Sein und Schein, Tun und Reden, Handeln und Politik - ein
bisserl, Genossen, sollte das schon zusammen passen!
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