- 07.05.2009, 11:55:05
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Datenwirrwarr rund um die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung
Hauptverband bestätigt eindrucksvoll die Arbeitsunfähigkeit
Wien (OTS) - "Dass der Hauptverband der Sozialversicherungsträger
Alleingänge durchführt, die weder mit Ärztekammer noch mit
Gebietskrankenkasse abgestimmt sind, ist ja an sich noch nichts
Ungewöhnliches", so der Präsident der NÖ Ärztekammer Dr. Christoph
Reisner. "Was rund um die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung (=
Krankenstandsmeldung) passiert, ist jedoch sehr bemerkenswert."
Bereits seit mehreren Tagen wurde ein nicht abgestimmtes Schreiben
samt Ordinationsplakat vom Hauptverband an alle Vertragsärztinnen und
-ärzte erwartet, in dem diese darüber informiert hätten werden
sollen, was ab 5. Mai genau von ihnen erwartet wird. "So langsam
trudeln die ersten Informationsschreiben ein. Seit gestern, dem 6.
Mai 2009 gibt es von unseren Ärztinnen und Ärzten vereinzelt
Rückmeldungen über eingegangene Schreiben mit 16. April datiert,
viele Kolleginnen und Kollegen wurden jedoch überhaupt noch nicht
informiert."
Fehlerhafte Daten zerstören Vertrauen
Für Verwunderung bei der Ärzteschaft sorgte zeitgleich ein
offenbar großflächig vorhandener bundesländerübergreifender
"Ziffernsturz". Die Adressdatensätze waren in vielen Fällen nicht
korrekt und vor allem die Vornamen der angeschriebenen Ärztinnen und
Ärzte wurden offenbar häufig vertauscht. "Das fördert nicht gerade
das Vertrauen in den Hauptverband der Sozialversicherungsträger, wenn
mit persönlichen Daten in dieser Art umgegangen wird", so der
Ärztekammerpräsident. "Gerade von der Institution, die uns in immer
restriktivere Dokumentationsvorschriften drängen will, vor allem mit
der Begründung so genannter Qualitätssicherung." Es ist für den
Ärztekammerpräsidenten enttäuschend, wie hier mit dem Geld der
Versicherten umgegangen wird. "In Zeiten, wo im Gesundheitssystem
gespart und jeder Cent umgedreht werden muss."
Ärztekammer fordert zu mehr Sorgfalt auf
Die Ärztekammer hat in den vergangenen Jahren immer wieder
Bedenken über Datenbehandlung und Datenschutz im Rahmen der
e-card-Projekte seitens des Hauptverbandes geäußert. "Wie soll man
als Arzt oder Patient Vertrauen in eine Institution gewinnen, die
trotz massiver finanzieller und personeller Ressourcen nicht einmal
in der Lage ist, einen Serienbrief an die Vertragspartner ordentlich
und zeitgerecht abzuwickeln? Wie soll ELGA funktionieren, wenn schon
bei der ersten Aussendung derartige Pannen passieren?" Im Rahmen des
Projektes ELGA sollen alle relevanten Gesundheitsdaten, unter anderem
die Krankengeschichten aller Versicherten elektronisch erfasst und
weiterverarbeitet werden.
Präsident Dr. Reisner fordert den Hauptverband der
Sozialversicherungsträger daher auf, einerseits die Institutionen
Ärztekammer und Gebietskrankenkasse wieder stärker in die Entwicklung
der gemeinsamen Projekte einzubinden und andererseits beim Umgang mit
Daten und Ressourcen die gebotene Sorgfalt an den Tag zu legen.
"Fortschrittliche Projekte rund um e-health sind grundsätzlich zu
begrüßen. Ohne die Mitarbeit und das Vertrauen der Ärztinnen und
Ärzte, die mit den Lösungen in den Ordinationen leben müssen, wird es
jedoch nicht gehen. Das sollte dem Hauptverband auch bald klar
werden."
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Niederösterreich, Michael Dihlmann, Pressesprecher
Tel.: 0664/144 98 94, E-Mail: [email protected]
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