- 28.04.2009, 10:40:20
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ÖH Medizin: Wir bitten nachzudenken, Herr Minister!
Die Einführung des Medizin-Bachelors führt uns zum 2-Klassen-Medizinstudium
Wien (OTS) - Julia Straub, Vorsitzende der Hochschülerschaft an
der Medizinischen Universität Wien zeigt sich schockiert über die am
Montag von Minister Hahn angekündigte UG - Novellierung in Hinblick
auf die Einführung eines Bachelors im Medizinstudium.
"Bereits mit dem letzten UG wurde unser früheres Doktorat-Studium
von 12 Semestern Mindeststudienzeit auf ein Diplomstudium mit 12
Semestern Mindestzeit umgestellt. Um ein vollwertiges Doktorat zu
absolvieren, können wir schon jetzt noch mindestens 6 Semester
Studium anhängen. ", erklärt Julia Straub.
"Medizin stellt daher schon derzeit eines der längsten und kosten-
und zeitintensivsten Studien dar. Darüber hinaus schließen wir unser
Studium nicht mit einer vollwertigen Berufserlaubnis ab ", ergänzt
Stefan Konrad, stv. Vorsitzender der ÖH Medizin. "Die Implementierung
der Bologna-Architektur mit einem Bachelor von 8 Semestern würde zu
einer weiteren Verlängerung führen. Neues UG, neue Experimente im
Medizinstudium- dabei wäre es gerade in diesem Studium wichtig,
nachhaltig zu arbeiten!"
Johannes Forster, stv. Vorsitzender der ÖH Medizin dazu: " Ein
Bachelor in Medizin birgt die Gefahr, dass dieser Studienabschluss
ohne einen aufbauenden Master wertlos bleibt und sich somit ein
2-Klassen-Medizinstudium einschleicht. Nicht der Bachelor sondern die
Einführung weiterführender Studienrichtungen wie Medizinrecht,
Gesundheitsökonomie oder ähnlichem wäre der richtige Weg. Hierzu
könnte man sich ein Beispiel am bereits bestehenden Masterstudium
Medizinische Informatik an der MUW nehmen."
"Wir fordern Minister Hahn auf, hierzu dringend seine Äußerungen
zu überdenken - die Forderung nach der Einführung eines Bachelors-
Medizinstudiums von 8 Semestern für "Nichtmediziner" steht aus den
genannten Gründen in einem massiven Widerspruch zur angekündigten
Aufwertung eines Bachelor - Abschlusses. Wir hoffen, es handelt sich
hierbei um einen unüberlegten schlechten Scherz, denn sollten die
Aussagen ernst gemeint sein, so halten wir sie für den größten
anzunehmenden Schwachsinn. Ein Medizinstudium ist die falsche
Spielwiese. Wir lassen weder uns noch Österreichs Patienten zu
Laborratten für Bologna-Experimente degradieren ", so Straub. "Herr
Minister, denken Sie also bitte nach und revidieren Sie ihre
unüberlegten Aussagen!"
Rückfragehinweis:
Julia Straub
Vorsitzende ÖH Medizin
Telefon: +43 699 11011498
Mail: [email protected]
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