- 20.04.2009, 09:30:00
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24. April: Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche
Keine Kehrtwende von Tierversuchen in Sicht
Wien (OTS) - Am 24. April wird weltweit der "Internationale Tag
zur Abschaffung der Tierversuche" begangen. Heuer steht er im Zeichen
der Novellierung der über 20 Jahre alten EU-Tierversuchsrichtlinie.
Mit der Neuregelung der Tierversuche besteht die Chance, nicht nur
einen verbesserten Schutz für die Versuchstiere zu erreichen, sondern
endlich auch die überfällige Kehrtwende einzuleiten.
"Doch leider zeichnet sich ab, dass die einmalige Gelegenheit,
sich endlich von den umstrittenen Tierversuchen abzuwenden, von
unseren EU-MandatarInnen nicht genützt wird. Schließlich wird es
durch die vorliegende Fassung, die voraussichtlich im Mai zur
Abstimmung gelangt, nicht einmal zur Verringerung der Anzahl der
Versuchstiere kommen", kritisiert Gerda Matias, Präsidentin des
Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner" (IBT). - "Ganz zu
schweigen von dem Versäumnis, im Zeitalter moderner Technologien der
veralteten, wissenschaftlich unhaltbaren und grausamen Methode des
Tierversuches endlich eine deutliche Absage zu erteilen."
Unbestritten ist, dass die von der EU-Kommission überarbeitete
Richtlinie eine Verbesserung gegenüber der 20 Jahre alten Richtlinie
darstellt: Der Geltungsbereich wurde ausgedehnt und berücksichtigt
endlich auch die Verwendung von Versuchstieren in der
Grundlagenforschung sowie in der Ausbildung. Die
Genehmigungsverfahren wurden verschärft, indem etwa die Tierversuche
einer ethischen Bewertung zu unterziehen und nach
Belastungs-Schweregrade einzuteilen sind. Zudem ist künftig das Leid
der Tiere gegen den zu erwartenden Erkenntnisgewinn abzuwiegen.
Trotzdem werden die Bestimmungen, die sich in der - wenn auch
besseren - administrativen Regelung von Tierversuchen erschöpfen,
nicht ausreichen, tatsächlich eine Verringerung der Anzahl der
Versuchstiere herbeizuführen. Zumal der federführende
Landwirtschaftsausschuss den Kommissionsvorschlag mittlerweile weiter
verwässert hat. So wurden etwa die einschränkenden Bestimmungen bei
den heftig umstrittenen Experimenten mit Affen völlig aufgeweicht.
Gänzlich aufgehoben wurde die Kommissions-Zielvorgabe, keine Affen
mehr aus der freien Wildbahn zu entnehmen. Davon - aber auch nur
bedingt - ausgenommen sind Experimente mit Menschenaffen.
Die europäischen TierversuchsgegnerInnen erwarten sich, dass die
ParlamentarierInnen der vorliegenden Version nicht zustimmen und ihr
Entschlossenheit unter Beweis stellen, indem sie wenigstens das
Verbot von Tierversuchen an allen Affenarten hinein reklamieren. Dies
vor allem vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit der
ParlamentarierInnen schon vor zwei Jahren in einer Schriftlichen
Erklärung (0040/2007) von der Kommission den schrittweisen Ausstieg
aus den Tierversuchen mit Primaten - im Zuge der Revision der
Tierversuchsrichtlinie - gefordert hat.
Der internationale Gedenktag für Versuchstiere wird seit 1962
begangen. Er geht auf den Geburtstag von Lord Dowding, einem Mitglied
des britischen Oberhauses zurück, der sich besonders für Tierschutz
engagiert hat.
Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit
1968 bestehender gemeinnütziger unabhängiger Verein. Er setzt sich
für die Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus
ethischen, wissenschaftlichen, medizinkritischen und
verbraucherpolitischen Gründen ab.
Der IBT unterstützt die Forschung und Entwicklung
tierversuchsfreier Methoden. So hat er anlässlich seines 40jährigen
Bestehens einen Preis für tierversuchsfreie Forschung in der Höhe von
Euro 7.000,-- gestiftet, der an die Veterinärin Dr. Bianca Patan für
die Entwicklung eines ex-vivo Modells zur Untersuchung der komplexen
Pferdekrankheit Hufrehe ergangen ist.
Rückfragehinweis:
Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: +43/1/713 08 23-11, Fax: +43/1/713 08 23-10
E-Mail: [email protected]
Homepage: www.tierversuchsgegner.at
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