• 01.04.2009, 19:02:53
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  • OTS0334 OTW0334

KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0329 von heute: Der österreichische Regieverband ADA zum vom ORF geplanten Ausstieg aus dem Film-Fernseh-Abkommen

Wien (OTS) - Der Österreichische Regieverband ADA sieht im ORF
einen, für viele seiner Mitglieder, überlebenswichtigen Partner. Die
notwendige Strukturreform im ORF, die dazu führen soll, an Bürokratie
und Personal einzusparen, um langfristig mehr Mittel für qualitativ
hochwertiges und interessantes Programm zur Verfügung zu haben,
begrüßen wir. Die Ankündigung des ORF aus dem Film-Fernseh-Abkommen
auszusteigen, sehen wir als eine Maßnahme die diesem Ziel und dem
öffentlich rechtlichen Auftrag aber eindeutig widerspricht. Anders
als öffentlich dargestellt, ist der ORF nicht ausschließlich
Förderer des österreichischen Kinofilms, sondern er erwirbt auch
Senderechte im Vorfeld der Produktionen. Der ORF erwirbt also auch
die Ausstrahlungsrechte für österreichische Spiel- und
Dokumentarfilme,- erhält Programm. Ausschließlich Filme, die den
ORF unter den ihm eigenen Gesichtspunkten interessieren, werden von
ihm mitfinanziert. Dazu muss gesagt werden, dass der ORF längst auch
Teile seines Kerngeschäfts (Serien und Dokumentationen) durch
Förderinstitutionen - also mit Steuergeldern - unterstützen lässt.

Sollte der ORF tatsächlich aus dem Film-Fernseh-Abkommen
aussteigen wollen und damit Organisation und Redakteurs-Personal aber
natürlich auch Mitspracherecht einsparen, so ist das eine
ungewöhnliche aber zu akzeptierende Entscheidung eines Senders. Der
öffentlich rechtliche Auftrag kann aber nicht einfach eingespart
werden. Der österreichische Regieverband ADA fordert daher schon
jetzt, dass für den Fall eines ORF-Ausstiegs aus dem
Film-Förder-Abkommen, ein Prozentsatz (der mindestens dem derzeitigen
Film-Fernsehabkommen entspricht) der Fernsehgebühren direkt an die
österreichischen Filmförder-Institutionen ausgeschüttet wird. Ob dies
aus dem GIS-Gebührenanteil, der derzeit an Bund und Länder geht, oder
aus dem GIS-Gebührenanteil der an den ORF geht, abgezweigt wird, ist
eine politische Frage, die die Politik beantworten muss. Wir würden,
im Sinne des ORF aber auch im Sinne einer Kostenwahrheit nahelegen,
dass dies aus jenem Anteil, der an Bund und Länder geht, abgezweigt
wird. Ein ersatzloser Ausstieg des ORF aus dem Film-Förder-Abkommen
ist nicht zu akzeptieren und kompromittiert die Filmförderpolitik,
die die Regierung in letzter Zeit eingeschlagen hat. Nach den vielen
großen Erfolgen der heimischen Filmwirtschaft hat die Politik endlich
reagiert und Mittel aufgestockt. Wenn jetzt der ORF seine Mittel
entzöge, wäre dies ein Plus-Minus-Spiel und eine Farce. Ein politisch
unabhängiger ORF - das ist eine Forderung der wir uns vollinhaltlich
anschließen. Ein parteipolitisch unabhängiges Fernsehen (personell
und inhaltlich) sollte eine Selbstverständlichkeit und kein
Diskussionsthema sein. In jedem Fall fordern wir den Staat als
ORF-Eigentümer auf, einen ersatzlosen Ausstieg des ORF aus dem
Film-Fernseh-Abkommen zu unterbinden. Denn das wäre auch ein Ausstieg
aus seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag.

Rückfragehinweis:
Austrian Directors' Association
Filmhaus Spittelberg
Spittelberggasse 3, A-1070 Wien
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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