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OTS0053   28. März 2009, 20:25

Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: "Die Dehnbarkeit eines Begriffs" (von Daniela Gross)

Ausgabe, 29. März 2009


In einem Wohlfahrtsstaat hat Solidarität
eigentlich keinen gesonderten Aufruf nötig - sie ist da.
Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pensionsversicherung -
überall schneidet ein anderer am selbst erwirtschafteten Kuchen mit;
dafür nascht man selbst wieder an anderen. Selbstverständlich.
Solidarisch.

Nun werden die Aussichten aber trübe, die Arbeitslosenzahl steigt,
die Konjunktur schwächelt. Die Zeiten werden hart; die Sinfonie in
Moll geschrieben. Verzicht scheint das Schlagwort, das auf die Krise
folgt. Aber wo fängt der eigene Verzicht an. Und vor allem: Wo hört
er auf?

Darf die Industrie, die auf Mega-Auftragsflauten zusteuert, von
ihren Mitarbeitern - aus Solidarität - eine Verschiebung der
Lohnrunde fordern? In Zeiten des kollektiven Zusammenhalts, im Namen
der Krise - vielleicht. Der Solidarität zuliebe. Wer aber hat das
Wort in den Mund genommen, als es - der Solidarität zuliebe - um die
Verteilung exorbitant hoher Gewinne gegangen ist?

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0053 2009-03-28 20:25 282025 Mär 09 KTI0001 0164



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Tel.: 0463/5866-509
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