OTS0306   27. März 2009, 20:06

Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Selbstverständlich - Ein Begriff wankt (von Claudia Grabner)

Ausgabe 28. März 2009


Vor der Weltwirtschaft ein Minus. Erstmals seit
1945. Mit geschätzten fünf Prozent crasht Deutschland in eine
veritable Rezession. Die 27 EU-Länder bringen es in Summe auf ein
dreiprozentiges Minuswachstum. Österreich hält tapfer mit: 2,2 bis
2,7 Prozent prognostizieren vorsichtig die Experten. Vorsichtig und
psychologisch - weil Krisen immer auch im Kopf passieren (Frage: Wie
viele Unternehmen missbrauchen die Krise zum Eigennutz?). Wie auch
immer: Der Kopf wird künftig ganz besonders gefordert sein. Vor
allem, wenn Selbstverständlichkeiten ihre Selbstverständlichkeit
abhandenkommt. Etwa, dass Wachstum nicht immer Plus bedeutet ...

Weniger statt mehr. Reduktion statt Zuwachs. Verzicht statt
Forderung. Der Wohlstand wankt. Wie viele Opfer sind nötig? Wie viel
Solidarität? Wie viel Umdenken? Wie sind 25 Prozent mehr Arbeitslose
aufzufangen? Wie jene Milliarden wettzumachen, die die Krise heute
frisst? Die Welt nachher schaut nicht aus wie die Welt vorher. Noch
sind wir in der Zwischenwelt. Viel Zeit zur Kopfarbeit bleibt nicht.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0306 2009-03-27 20:06 272006 Mär 09 KTI0001 0177



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