Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Zum Mitspielen gezwungen (von Claudia Grabner)
Ausgabe 25. März 2009
Klagenfurt (OTS) - Die Kärntner SPÖ ist eine Gefangene ihrer
selbst, analysiert Politologe Peter Hajek angesichts einer auf ihr
Kompetenzminimum abgeräumten Partei - und rät zur Opposition, so
diese machbar wäre. Ist sie aber nicht, im Proporzsystem, in dem sich
die Kärntner Politik seit Jahrzehnten selbstverliebt festkrallt.
Festkrallt, weil Proporz durchaus seine Vorteile hat: Macht,
Einfluss, Positionen, Geld. Da versucht man schon lieber den Spagat,
auch auf die Gefahr hin, dass es einen zerreißt. Nur: Die SPÖ hat es
bereits zerrissen - in ihrem Spagat, den sie über Jahre versucht hat.
Opposition in der Regierung zu sein, funktioniert nicht. Kann nicht
funktionieren. Es ist Paradox per se. Als Player in der Mannschaft
schimpft man nicht auf seine Teamkollegen. Man spielt mit. Und gibt
sein Bestes.
Was das für die SPÖ heißt? Eben das: bestmöglich mitzuspielen. Zeit,
sich beleidigt ins Abseits zu stellen - gibt es nicht. Schon gar
nicht in Krisenzeiten, da die Menschen von der Politik Verantwortung,
Sicherheit, Kompetenz einfordern.













