• 24.03.2009, 13:45:45
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Kommunikation in der Krise: Österreichs Unternehmen stecken den Kopf in den Sand

Krisenkommunikation ist nur für ein Drittel der Unternehmen ein Dauerthema zeigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage des ViKOM

Wien (OTS) - Alarmierende Ergebnisse im Umgang mit kritischen
Unternehmenssituationen zeigt eine Umfrage des ViKOM (Verband für
integrierte Kommunikation) unter 240 Kommunikationsverantwortlichen
der größten österreichischen Unternehmen auf.

Zwei Drittel der Befragten geben an, dass in ihren Unternehmen keine
regelmäßigen Übungen von Ernstfällen stattfinden. Dr. Rosemarie
Schuller, Präsidentin des ViKOM: "Für die Krise gewappnet zu sein,
bedeutet auch, verschiedene Negativ-Szenarien laufend durchzuspielen.
Einen Krisenplan nur in der Schublade zu haben, wird allein zu wenig
sein."

Die positive Nachricht: Über einen solchen Krisenplan verfügen zwei
Drittel der Unternehmen. Allerdings hat sich dieser Wert
verschlechtert, wird eine ViKOM-Umfrage aus 2004 zum Vergleich
herangezogen. Damals waren es 75 Prozent der Unternehmen, die
zumindest planmäßig auf eine außergewöhnliche Situation eingestellt
waren. Rosemarie Schuller mutmaßt: "In der langen Phase der
Hochkonjunktur dürfte das eine oder andere Unternehmen diesbezüglich
nachlässig geworden sein."

Nachholbedarf, was die Bewusstseinsarbeit der gesamten
Kommunikationsbranche betrifft, sieht sie im Umstand, dass lediglich
56 Prozent der Unternehmenskommunikator/innen Mitglied eines
Krisenstabs sind. Denn, so die ViKOM-Präsidentin: "Professionalität
in der Krisenkommunikation, ja in der Kommunikation insgesamt,
sichert Unternehmenswerte. Diese Einsicht muss verstärkt auf
Top-Management-Ebene sowie auf Eigentümerseite vermittelt werden und
ist auch eine der Hauptaufgaben unseres Verbands."

Dazu - im negativen Sinne - passend: Nur die Hälfte der befragten
Kommunikationsmanager/innen sieht zum einen beim Top-Management ein
ausgeprägtes Sensorium für die Bedeutung der Kommunikation in
Krisenzeiten. Zum anderen seien Firmenbosse für den Ernstfall in
dieser Hinsicht auch keineswegs entsprechend trainiert.
Doch auch den Kommunikationsverantwortlichen selbst muss eine gewisse
Sorglosigkeit konzediert werden. Bloß 35 Prozent der befragten
Manager/innen haben sich zuletzt in punkto Krisenkommunikation
weitergebildet. Im Rahmen der ViKOM-Umfrage 2004 waren dies noch
deutlich mehr, nämlich 53 Prozent.

Sind Unternehmenskommunikator/innen schließlich Teil des Krisenstabes
(56 Prozent der Befragten), dann tragen diese sowohl strategische als
auch operative Verantwortung, was interne wie externe Kommunikation
betrifft, und sind dafür im Übrigen Tag und Nacht erreichbar (82
Prozent).

Eine Analyse, basierend auf der Unternehmensgröße, die die Befragten
repräsentieren, zeigt, dass Firmen bis 100 Mitarbeiter/innen den
größten Nachholbedarf haben, was strategische Kommunikationsplanung
im Krisenfall angeht. Überraschend ist, dass große Unternehmen (ab
500 Mitarbeiter/innen) in jeder Hinsicht schlechter abschneiden als
mittelgroße Betriebe (100 bis 500 Mitarbeiter/innen).

ViKOM-Präsidentin Dr. Rosemarie Schuller appelliert an die
Nachhaltigkeit verpatzter Chancen in kritischen Zeiten: "Wenn man
kritische Situationen professionell meistert, dann kann man im Sinne
des Reputationsmanagements gestärkt daraus hervorgehen!"

Die diesjährige Frühjahrstagung des ViKOM vom 23. bis 24. April in
Linz greift das Thema auf: "Jede Krise ist auch eine Chance - Wie
Unternehmenskommunikator/innen die Herausforderungen annehmen
(müssen)"!
Anmeldungen unter: http://www.vikom-einladung.at

Information zur Umfrage des ViKOM:
Befragung: per Online-Fragebogen
Sample: 240 Adressaten
Befragungszeitraum: Feber/März 2009
Rücklaufquote: 25 Prozent

Zum ViKOM:
Der ViKOM vertritt seit 54 Jahren die Interessen von über 200
Kommunikationsspezialist/innen und Kommunikationsmanager/innen in
Österreich und setzt sich maßgeblich für die Professionalisierung des
Kommunikationsmanagements ein. Die Unternehmenskommunikator/innen der
Top-Unternehmen Österreichs sind Mitglied im ViKOM. Nähere
Informationen zum Branchenverband finden Sie unter www.vikom.at.

Rückfragehinweis:

ViKOM Verband für integrierte Kommunikation
   Rosemarie Schuller
   ViKOM Präsidentin
   Mobil: 0664 38 31 851
   [email protected]
   
   Matthias Baum
   ViKOM Vorstandsmitglied
   Mobil: 0664 6180875
   [email protected]
   
   http://www.vikom.at

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