Wien (OTS) - "Josef Pröll ist nicht nur Vizekanzler und Finanzminister, sondern scheinbar plötzlich auch Experte in Bioethik, Wissenschaft und Forschung", meint der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.
"Österreich hat die Biomedizinkonvention des Europarates immer noch nicht ratifiziert", kritisiert Grünewald. Diese Ratifizierung würde allerdings mehr Schutz für PatientInnen bei klinischen Studien , das Verbot von Handel mit menschlichen Organen und Geweben, Klonverbot bei Menschen, das Verbot Embryonen zu Forschungszwecken herzustellen und viele andere verbindliche ethische Normen bringen, die sich in österreichischen Gesetzen nicht finden.
"Es zeugt von einer beachtlichen aber schwer nachvollziehbaren Selbstsicherheit, wenn ein Vizekanzler salopp und schnoddrig die Empfehlungen von siebzehn ExpertInnen der Biomedizinkommission (Ethikkommission im BKA) als wenig relevant abtut und meint, Österreichs Forschung hätte andere Schwerpunkte", so Grünewald. "Diese zur Schau gestellte Anmaßung des ´Besserwissens´ macht verständlich, dass der Herr Finanzminister natürlich auch weiß, dass österreichische Universitäten nicht mehr Geld brauchen und es egal ist, wenn Österreichs größter Forschungsfonds ein halbes Jahr lang keine Forschungsprojekte mehr finanzieren kann".
"Dass Österreichs junge WissenschafterInnen seit Jahren vergeblich auf einen Kollektivvertrag warten, muss dem Ethiker Pröll in Verstoß geraten sein", vermutet Grünewald. ´Ach wie schön dass niemand weiß, dass ich Vizeethikkanzler heiß´, könnte bald zum politischen Gassenhauer werden. "Schade nur, dass Vizekanzler Pröll zu Fragen der Ethik nur das Wörtchen Nein einfällt, einige nachvollziehbar logische Sätze der Begründung werden wohl für den nächsten Ministerrat vorbereitet werden", schließt Grünewald.
Rückfragehinweis: Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0226 2009-03-24/13:45
241345 Mär 09
FMB0004 0259
09.02.2010 / 14:26:07 / FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
09.02.2010 / 14:22:43 / FFG - Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
09.02.2010 / 13:23:02 / Bundespressedienst
09.02.2010 / 11:53:05 / Österreichische Apothekerkammer