Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Im Namen der Krise (von Claudia Grabner
Ausgabe 22. März 2009
Klagenfurt (OTS) - Ja. Wir haben es vernommen. Laut und deutlich.
Österreich steckt in der Krise. Und weil wir es alle laut und
deutlich vernommen haben, fragen wir nicht mehr nach, warum mit
Millionen und Milliarden jongliert wird, als wären es Groscherln. Was
ein Fehler ist. Verständnisvoll werden Zahlen, Bilanzen, Verluste
abgenickt - ohne Interesse für den Hintergrund. Der ist ja angeblich
immer die Krise.
Jedenfalls ist nun aus den ÖBB zu hören, dass der Konzernverlust
nicht 438 Millionen Euro beträgt. 840 Millionen könnten es sein. Oder
irgend so etwas in dieser Größenordnung. Bilanzprüfer streiten noch
über das Ausmaß von Wertminderungen, von denen fast niemand weiß, um
welche Wertposten es geht. Am Ende der Rechnungen wird das aber
ohnehin keine Rolle spielen - weil wir alles schlucken. Die Krise
eben. Schiefgegangene Spekulationsgeschäfte. Milliardenschwere
Abwertungen. Und weil wir so gut verstehen, werden wir auch
anstandslos anständig für ÖBB-Tickets mehr bezahlen. Viel mehr. Ab
dem Sommer. Im Namen der Krise ...













