"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR VON M. GEISTLER-QUENDLER: Im Windschatten der Ignoranz ...
Klagenfurt (OTS) - Wegschauen ist bequemer als hinschauen. Wenn
der Supermarktkassier eine dunkelhäutige Frau derbest beschimpft,
weil sie ihn nicht sofort versteht. Wenn ein Polizist bei einer
simplen Ausweiskontrolle ausfällig wird. Wenn Menschen in
Gemeindebauten mit "Ausländer raus"-Rufen gemobbt werden. Zu selten
beweist jemand Zivilcourage und stellt sich dem keineswegs normalen,
aber schon als viel zu normal wahrgenommenen Rassismus im Alltag
entgegen. Die Anti-Rassismus-Initiative ZARA legt mit ihrer
Bestandsaufnahme den Finger auf diese Wunde. Bei der bloßen
Aufklärung kann man es jedoch nicht bewenden lassen. Gefordert sind
konkrete Konsequenzen Projekte bieten sich da viele an. Die Politik,
respektive jene, die sich als lösungsorientiert versteht, muss
beweisen, dass ihr integrationspolitische Maßnahmen ein ernsthaftes
Anliegen sind. Der "Nationale Integrationsplan" etwa blieb bisher nur
ein Lippenbekenntnis. Im Windschatten dieser Ignoranz kultivieren die
Diskriminierer des Alltags ihre Inhumanität - immer ein bisschen
mehr.
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DER STANDARD - Kommentar "Einen Versuch wert" von Gudrun Harrer
Der Standard | 20. März 2009, 18:32
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