- 18.03.2009, 17:48:11
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Konkrete weitere Schritte jetzt!
Wien (OTS) - Die Position der österreichischen Musikschaffenden
zum ORF-Vorstoss in Sachen "Mehr Airplay für österreichische Musik".
Rückhalt der Politik quer über alle Parteien gefordert.
"Unverständnis, Ungeduld, Unmut" der österreichischen
musikschaffenden signalisierte das heutige Pressegespräch, das auf
Einladung von sos-musikland.at Stellung zum aktuellen Maßnahmen-Paket
des ORF und zur Situation des lokalen Musikmarktes generell bezog.
Die Interessensvertreter, darunter Hannes Eder (IFPI), Peter Paul
Skrepek (Musikergilde, Kulturgewerkschaft), Stephan Dorfmeister
(VTMÖ) und Prof. Klaus Ager (Komponistenbund), bekräftigten ihre
Position: die ORF-Führung wird aufgefordert, die unterbrochenen
Verhandlungen wieder aufzunehmen. Ziel muß es sein, die einseitig
erklärten "Maßnahmen", die insgesamt als deutlich zu unambitioniert
und unverbindlich gewertet werden, in eine schriftliche und
langfristige freiwillige Vereinbarung nach Muster der Schweizer
Charta überzuführen.
Das Ziel, den EU-Durchschnitt an lokalen Copyrights im
öffentlich-rechtlichen Radioangebot jedenfalls nicht zu
unterschreiten und substantielle Steigerungen des Anteils
österreichischer Musik zu erreichen, ist trotz der inzwischen
existentiell bedrohlichen Situation der heimischen Musikschaffenden
weiter offen. Um rasch möglichst konkrete weitere Schritte zu setzen,
hat sos-musikland.at mit heutigem Datum einen Vereinbarungsentwurf an
die ORF-Führung übermittelt. Die wichtigsten Punkte in Kürze (das
gesamte Paper steht auf www.sosmusikland.at zum Download bereit):
1) Der ORF verpflichtet sich, in Zukunft den Anteil von Musik aus
Österreich quer über alle seine Radioprogramme innerhalb von drei
Jahren, ausgehend von den gemeinsam mit SOSMusikland erhobenen Daten
des Jahres 2008 (23 % Interpretenanteil im Durchschnitt aller
ORF-Radioprogramme), auf 40 % zu steigern. Vereinbart wird eine
Kernzeit von 6 bis 22 Uhr, sowie ein verbindlicher Neuheitenanteil
für Musik aus Österreich [Richtgröße: 50 % der gesendeten heimischen
Musiktitel]. Eine senderadäquate Mitwirkung aller Radioprogramme des
ORF ist im Rahmen der Gesamtzielvereinbarung anzustreben.
2) Der ORF stellt verstärkt on und off air Musik aus Österreich
vor und weist auf aktuelle Musikveranstaltungen, Neuerscheinungen und
Konzerte hin.
3) Zur Begriffsdefinition: "Musik aus Österreich" wird von
Personen komponiert, interpretiert, produziert, die ihren
Lebensmittelpunkt im Inland haben oder bei einer österreichischen
Musik-Verwertungsgesellschaft bezugsberechtigt sind. Als
österreichische Musikproduktionen gelten jene Aufnahmen, bei denen
überwiegend hier lebende Musikschaffende beteiligt sind und bei denen
die wirtschaftliche Wertschöpfung in Österreich stattfindet.
5) Der ORF und SOS-Musikland bekräftigen das Ziel, mittelfristig
den Anteil von Musik aus Österreich in den Radioprogrammen des ORF
jedenfalls auf den europäischen Durchschnittswert zu erhöhen. ORF und
SOS-Musikland werden sich daher im Rahmen eines Dialoggremiums
gemeinsam an statistischen Auswertungen beteiligen, um die bestehende
Erfassung des Anteils von Musik aus Österreich zu verbessern und den
europäischen Durchschnitt in quantitativer und qualitativer Hinsicht
zu evaluieren.
6) Der ORF und SOS-Musikland einigen sich auf die Einrichtung
eines paritätisch besetzten Dialoggremiums, das regelmäßig -
zumindest aber zwei Mal pro Jahr - die Entwicklung des heimischen
Musikmarktes beobachtet sowie generell Ideen und Maßnahmen
diskutiert. Das Dialogorgan begleitet und evaluiert die Umsetzung der
Vereinbarung und stellt eine gemeinsame Kommunikationsbasis nach
innen und außen dar.
7) Der ORF und SOS-Musikland sind sich darüber einig, dass eine
Einbindung der österreichischen Privatradios in diese Vereinbarung
sinnvoll ist und mittelfristig anzustreben ist.
8) Für 2009 wird vereinbart, dass eine Steigerung von 5
Prozentpunkten in jedem ORF-Radio - das entspricht einem
österreichischen Interpretenanteil von jedenfalls 28,2 Prozent -
basierend auf der gemeinsam zugrunde gelegten Messgröße - in jedem
Musikstil und Format zu erreichen ist. Generell wurde im heutigen
Pressegespräch festgehalten, daß man sich vom ORF zeitnah konkrete
Fortschritte erwartet, insbesondere die rasche Fortsetzung der
unterbrochenen Gespräche mit den Interessensvertretern der
österreichischen Musikschaffenden. Der Rückhalt in der Politik und
die aktive Unterstützung der Anliegen von sos-musikland.at quer über
alle Parteien, konkretisiert in Vorgesprächen und Entwürfen für ein
"Musik-Standortsicherungsgesetz" analog der Rahmenbedingungen der
heimischen Filmwirtschaft, wird in den nächsten Monaten ein weiterer
Kommunikations- und Aktionsschwerpunkt sein.
Weitere Informationen unter www.sos-musikland.at
Pressegrafiken: www.sos-musikland.at/index.php?pid=graphiken
Rückfragehinweis:
monkey., Walter Gröbchen, Tel.: 0699 10408800
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