Wien (OTS) - Seit der parlamentarischen Enquete im Juni 2008 zur Lage der Musikschaffenden in Österreich laufen Verhandlungen mit dem ORF über eine freiwillige Vereinbarung zur Anhebung des Anteils heimischer Musik in den ORF-Radioprogrammen. Ausgangspunkt der von Hörfunkdirektor Willy Mitsche angebotenen Gespräche war (und ist) der derzeitige Österreichanteil (15 % Urheber, etwa 23 % Interpreten), der weit unter dem europäischen Schnitt liegt und einen erheblichen Standortnachteil darstellt.
Diese Gespräche wurden im Februar 2009 nach monatelangen Vorverhandlungen wegen stark divergierender Positionen unterbrochen. Am letzten Freitag, dem 13.03. 2008, hat nun der ORF einen "Maßnahmenkatalog" präsentiert, der ein Bündel an Vorschlägen, Angeboten und Aussagen enthält, die summa summarum vor allem eines belegen: ein gestiegenes Problembewußtsein. "Die negative Bilanz, die Österreichs Musikschaffende seit vielen Jahren in punkto Kulturauftrag und Aufmerksamkeit gegenüber der heimischen Szene ziehen, wird zumindest nicht mehr grundsätzlich geleugnet und kurzerhand vom Tisch gewischt", so Hannes Eder, Präsident der IFPI Österreich.
Substantiell unterfüttert wird dieses Problembewußtsein und ein Ausweg aus der angespannten Situation aber durch den einseitigen Maßnahmenkatalog des ORF nicht. Die angepeilte Steigerung um 5 Prozent entspricht einer Anhebung auf 24,2 Prozent Interpretenanteil (plus 1,15 Prozentpunkte). Die tatsächlichen Auswirkungen kommentiert Peter Paul Skrepek (Musikergilde) so: "Eine geschickte Ankündigungspolitik ohne hörbare Steigerung. Ich überlege noch, ob ich dankbar sein werde".
sos-musikland.at fordert die ORF-Führung auf, die unterbrochenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. Ziel muß es sein, die einseitig erklärten "Maßnahmen", deren Formulierung einen monatelangen konstruktiven Dialog nur unzureichend abbildet, in eine freiwillige, schriftliche und langfristige Vereinbarung nach Muster der Schweizer Charta überzuführen. Die Einbeziehung der Privatradios in eine solche Vereinbarung wird angestrebt, darf aber seitens des ORF keine eine conditio sine qua non sein.
Inzwischen mehr als 10.000 Unterstützungsunterschriften für sos-musikland.at und zahllose explizite Statements aus der österreichischen Musikbranche und Kreativwirtschaft, aber auch aus der Politik zeigen eine selten dagewesene, breite Unterstützung dieses Anliegens.
Das Ziel, den EU-Durchschnitt jedenfalls nicht zu unterschreiten und substantielle Steigerungen des Anteils österreichischer Musik zu erreichen, ist trotz der inzwischen existentiell bedrohlichen Situation der heimischen Musikschaffenden weiter offen. Unverständnis, Ungeduld und Unmut über die zögerliche, substanzarme und nur für naive Beobachter "offensive" Verhandlungsführung des ORF machen sich breit.
Die Position der Musikwirtschaft und Kulturschaffenden und die aktuellen Zahlen, Entwicklungen und Vorschläge sind Thema eines Pressegesprächs, zu dem wir Sie herzlich einladen. Am Panel:
- Hannes Eder / IFPI Österreich - Peter Paul Skrepek / Musikergilde, Kulturgewerkschaft - Stephan Dorfmeister / VTMÖ - unabhängige Tonträgerunternehmen - Dr. Harald Huber / Österreichischer Musikrat
Weitere Proponenten der Initiative SOS-Musikland werden beim Pressegespräch anwesend sein und stehen für Gespräche zur Verfügung. Ort und Zeit:
Mittwoch, 18. März 2009, 10.00h Kunsthalle Karlsplatz, "project space",Treitlstraße 2, 1040 Wien neben U-Bahn Station Karlsplatz (U1, U2, U4)
Weitere Informationen unter www.sos-musikland.at Pressegrafiken (ab 18.03.): www.sos-musikland.at/index.php?pid=graphiken
Rückfragehinweis: www.sos-musikland.at Pressekontakt: Walter Gröbchen Tel. 0699 10408800 office@monkeymusic.at
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OTS0078 2009-03-17/10:05
171005 Mär 09
NEF0005 0467
09.02.2010 / 15:29:42 / Parlamentsklub des BZÖ
09.02.2010 / 10:30:11 / ORF Radio
08.02.2010 / 11:29:20 / Verband Österr. Zeitungen (VÖZ)
06.02.2010 / 10:00:38 / ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund