- 13.03.2009, 16:49:35
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"Ein Zeugnis menschlicher und christlicher Größe"
Österreichs Bischöfe würdigen "Offenheit und Sensibilität" des Papstes in seinem Brief an den Weltepiskopat über die Causa der Lefebvrianer - Es geht um die Wiedergewinnung des Vertrauens in der Kirche
Wien-Innsbruck, 13.3.09 (KAP) Die "Offenheit und Sensibilität", mit
der Benedikt XVI. sowohl seine "wahren Absichten" als auch die
vermeidbaren "Pannen" und schließlich die "entstandenen
Missverständnisse und Verhärtungen" rund um die Causa der
Lefebvrianer in seinem Brief an den Weltepiskopat benennt, hat die
österreichischen Bischöfe beeindruckt. Dies wird in einer Erklärung
des Episkopats betont, die Kardinal Christoph Schönborn am Freitag in
Wien bei der Abschlusspressekonferenz zur Frühjahrsvollversammlung
der Bischofskonferenz der Öffentlichkeit präsentierte. Der Brief des
Papstes an den Weltepiskopat sei "ein eindrucksvolles Zeugnis
menschlicher und christlicher Größe". Die Haltung des Papstes sei für
die Bischöfe "Vorbild im Umgang mit schwierigen Situationen". Es
werde nichts "schöngeredet" und gleichzeitig würden die "tragenden
Absichten des Handelns" sichtbar.
Es sei dem Papst um einen "leisen Gestus der Barmherzigkeit"
gegangen, um "die vier lefebvrianischen Bischöfe zur Rückkehr
einzuladen". Es sei eine "nicht vorhersehbare" Panne gewesen, dass
diese Geste "von dem Fall Williamson überlagert wurde", sage der
Papst und füge hinzu: "Ich lerne daraus..."
Klar und unmissverständlich habe Benedikt XVI. im Hinblick auf die
"Pius-Bruderschaft" festgehalten, dass die Vereinigung keine
kanonische Stellung in der Kirche habe, solange die lehramtlichen
Fragen nicht geklärt sind, erinnern die österreichischen Bischöfe.
Die vier lefebvrianischen Bischöfe könnten daher keine Ämter
rechtmäßig in der Kirche ausüben.
Beeindruckt zeigten sich die österreichischen Bischöfe davon, was
Papst Benedikt XVI. über den Umgang mit Gruppen in der Gesellschaft
feststellte, die von Radikalisierung bedroht sind: "Muss nicht auch
die zivile Gesellschaft versuchen, Radikalisierungen zuvorzukommen,
ihre möglichen Träger – wenn irgend möglich – zurückbinden in die
großen gestaltenden Kräfte des gesellschaftlichen Lebens, um
Abkapselungen und all ihre Folgen zu vermeiden?" Die österreichischen
Bischöfe betonen, dass sie in dieser Mahnung den Auftrag sehen,
gesellschaftlichen Ausgrenzungen und ihren Gefahren entgegenzuwirken.
Papst Benedikt XVI. mache sich keine Illusionen über Einseitigkeiten
der "Pius-Bruderschaft", unterstrich Kardinal Schönborn. Sie sehen es
deshalb aber als "vorbildlich" an, dass Benedikt XVI. dennoch auf
eine "Öffnung der Herzen" vertraut: "Sollte die Großkirche nicht auch
großmütig sein können im Wissen um den langen Atem, den sie hat?"
zitieren die Bischöfe aus dem Schreiben des Papstes.
Der lange Atem heiße Vertrauen. Es gehe um Vertrauen auf Christus,
aus dem gegenseitiges Vertrauen wächst: Vertrauen zwischen Rom und
den Ortskirchen, Vertrauen auch "zwischen den Vertretern
unterschiedlicher Auffassungen über den Weg der Kirche". Das gelte
auch für Österreich, unterstrich der Vorsitzende der
Bischofskonferenz. (forts.)
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