• 09.03.2009, 09:00:00
  • /
  • OTS0019 OTW0019

"MONITOR": Österreichs IKT-Forschung droht finanzielle Krise

Staat kürzt Forschungsausgaben - private Stiftungen schütten weniger aus - Lob und Kritik für den RFTE

Wien (OTS) - Österreichs Forschungsszene ist in Aufruhr: Trotz
oder gerade wegen der Krise stocken Länder wie Deutschland, China
oder die USA ihre staatlichen Forschungsbudgets auf, hierzulande wird
hingegen an allen Ecken und Enden gespart. Anstelle der bis zum Jahr
2013 zugesagten 2,3 Milliarden Euro soll in Österreich nur ein
Bruchteil locker gemacht werden. Prominente Wissenschafter wie der
Experimentalphysiker Anton Zeilinger warnen vor einem "Supergau" in
der heimischen Forschung.

MONITOR hat aus diesem Grund eine Expertenrunde zu einer
Diskussion eingeladen. Ausgehend von der Lücke im Forschungsbudget
"geht es vor allem einmal darum, dass Institutionen wie die Akademie
der Wissenschaften, die Christian Doppler Gesellschaft etc. zumindest
in ihren bestehenden Strukturen in irgendeiner Form weitergeführt
werden können, ohne dass es zu einschneidenden Maßnahmen wie etwa
Personalabbau kommen muss", sagte Constanze Stockhammer,
IKT-Referentin des Rats für Forschung und Technologieentwicklung
(RFTE).

Robert Hansen, Professor für Wirtschaftsinformatik an der WU Wien,
erinnerte daran, dass angesichts der Entwicklungen der Aktienkurse
viele private Stiftungen, die Forschung finanzieren, ebenfalls
deutlich weniger ausschütten würden - im Extremfall gar nichts.
Gleichzeitig kritisierte er den RFTE: "Wenn man sich die
Forschungspolitik und jetzt auch das IKT-Strategiepapier anschaut,
ist das extrem einseitig." Die zu fördernden Stärkefelder "werden auf
Seite 38 auf nur einer Seite beleuchtet, die Förderung ist außerdem
sehr einseitig auf Basistechnologie ausgelegt".

Zustimmung zum Strategiepapier kam hingegen von Wilfried Seyruck,
dem Vorsitzenden der Berufsgruppe Informationstechnologien der WKO:
"Da sind genau unsere Forderungen enthalten." Dazu zählt der Wunsch
nach einem zentralen Koordinator, mehr Frauen in der IKT-Forschung
und attraktiveren Unis auch für internationale Forscher.

"Wir brauchen bessere Instrumente, um mit den unterschiedlichen
Wissenschaftsdisziplinen wie Life Sciences, Physik oder Chemie
zusammenzuarbeiten", zeigte sich der Schahram Dustar, Professor am
Institut für Informationssysteme an der TU Wien, zukunftsorientiert.
Er forderte außerdem eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und
Wirtschaft und sprach auch die Patent-Problematik an: "Es ist schwer,
sich vorzustellen, dass Patente verteidigt werden können, so wie die
heimischen Unis aufgestellt sind." Mehr dazu erfahren Sie in der
März-Ausgabe des MONITOR.

Rückfragehinweis:
MONITOR - Das Magazin für Informationstechnologie,
Bohmann Druck und Verlag GmbH & Co. KG
Chefredakteur Dipl.-Ing. Rüdiger Maier,
E-Mail: [email protected], Tel.: +43 (0)1 740 95 - 416

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MON

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel