• 05.03.2009, 10:42:51
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  • OTS0118 OTW0118

Historisches Dokument belegt Rettung von Juden durch Pius XII.

Weiterer schriftlicher Beleg für eine Rettungs-Direktive des Pacelli-Papstes aufgetaucht

Vatikanstadt, 5.3.09 (KAP) Ein in Rom wiederentdecktes Dokument soll
belegen, dass Papst Pius XII. (1939-58) in der NS-Zeit verfolgte
Juden in katholischen Einrichtungen unterbringen ließ. Wie "Radio
Vatikan" am Mittwoch meldete, handelt es sich um eine auf November
1943 datierende Notiz aus einem römischen Augustinerinnenkloster mit
den Namen von 24 Juden. Der mit dem Seligsprechungsverfahren befasste
Jesuiten-Historiker Peter Gumpel sprach von einem "seltenen Zeugnis";
neben den mündlichen Aussagen von Zeitzeugen sei dieses Schriftstück
erst der zweite schriftliche Beleg für eine entsprechende Anordnung
des Pacelli-Papstes.

Nach Angaben des Senders lautet die Notiz: "Der Heilige Vater will
seine Kinder retten, auch die Juden, und ordnet an, dass man diesen
Verfolgten in den Klöstern Gastfreundschaft gewähre". Bei der Liste
mit 24 Namen finde sich der Vermerk, dass man damit dem Wunsch des
Papstes Rechnung tragen wolle.

Gumpel sagte dem Sender, das historische Dokument könne nützlich sein
gegenüber denjenigen, "die beharrlich Pius XII. verleumden und damit
die katholische Kirche angreifen wollen". Kritiker des
Weltkriegs-Papstes stützten sich auf die Behauptung, es gebe keine
schriftlichen Beweise dafür, dass Pius XII. während der Razzia gegen
die römischen Juden am 16. Oktober 1942 Maßnahmen zu deren Schutz
ergriffen habe. Dies sei die "völlige Unwahrheit", so Gumpel.

Der Jesuit verwies auf den anderen bisher bekannten schriftlichen
Beleg für eine Rettungs-Direktive des Papstes, einen Brief an den
damaligen Bischof von Assisi, Giuseppe Nicolini. In der Regel habe
Pius XII. die Anordnung, katholische Einrichtungen für Verfolgte zu
öffnen, durch persönliche Boten übermittelt; dies werde auch von
jüdischen Quellen bezeugt.

Gumpel äußerte die Hoffnung, der neue Fund werde das
Seligsprechungsverfahren für Pius XII. voranbringen. Die 13 Kardinäle
und Bischöfe des obersten Tribunals der Heiligsprechungskongregation
hätten sich nach der Prüfung der Beweismittel bereits im Mai 2007
zugunsten Pius' XII. ausgesprochen. "Wir warten noch immer auf die
Unterzeichnung des Dekrets durch Seine Heiligkeit", sagte Gumpel.
(ende)
K200902217
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