- 04.03.2009, 11:28:32
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Gratiskinderbetreuung: Hilfswerk warnt vor Realitätsferne und Diskriminierung!
Präsident Othmar Karas fordert die Einbeziehung aller bewährten Kinderbetreuungsformen in das Gratis-Angebot der Länder
Wien (OTS) - Hilfswerk-Präsident Othmar Karas warnt angesichts der
derzeitigen Diskussionen um Gratis-Kindergärten in mehreren
Bundesländern davor, bestimmte Formen der Kinderbetreuung zu
benachteiligen: "Nur den Kindergarten gratis zu machen, aber die
Familien, die andere Kinderbetreuungsformen brauchen, im Stich zu
lassen, ist falsch!", so Karas. "Wenn eine Mutter beispielsweise in
den frühen Abendstunden im Handel tätig ist, braucht sie vielleicht
abends 3 Stunden eine Tagesmutter. Ihr hilft der Kindergarten nicht.
Auch viele Kleinkinder, die spezielle Betreuung brauchen, und mit
einer Krippen- oder Kindergartensituation noch nicht zurechtkommen,
würden regelrecht diskriminiert, wenn man hier seitens der Politik zu
eindimensional und damit bedarfsfern agiert."
Die Benachteiligung bestimmter Kinderbetreuungsformen würde
allerdings nicht nur die Wahlfreiheit der Eltern stark beschneiden,
sondern auch Arbeitsplätze gefährden. "Bewährte und beliebte
Kinderbetreuungsformen wie Tagesmütter laufen Gefahr, unter die Räder
kommen", befürchtet Karas. "Und das, obwohl es für die Bundesländer
fast unmöglich ist, die logische, dramatische Steigerung der
Nachfrage infolge des Gratis-Angebots nur mit Kindergärten alleine zu
befriedigen. Das ist wahrlich realitätsfern!". Karas verweist in
diesem Zusammenhang auch auf die skeptischen Prognosen der
Berufsverbände, die eine Kostenexplosion und eine Überforderung des
Kindergartenpersonals erwarten.
"Wir fordern, dass alle bewährten Kinderbetreuungsformen im
bevorstehenden Gratisangebot enthalten sind, damit die Vielfalt der
Angebote für die Familien erhalten bleibt, und keine Arbeitsplätze
vernichtet werden.", so Karas weiter. "Die Bundesregierung hat im
Rahmen ihrer familienfreundlichen Steuerreform mit der Absetzbarkeit
der Kosten für alle anerkannten Kinderbetreuungsformen Weitsicht und
Respekt vor der Wahlfreiheit der österreichischen Familien bewiesen.
Wir gehen davon aus, dass auch die Bundesländern diese Weitsicht
beweisen!", so Karas abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Harald Blümel Österreichisches Hilfswerk Bundesgeschäftsstelle Tel.: 01 / 40442 - 12 Mobil: 0676 / 8787 60203 mailto:[email protected] www.hilfswerk.at
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