- 27.02.2009, 08:56:02
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Internationales Darmkrebsmonat März: Darmkrebs-Screening ist kein "Burgenland-Witz"! - BILD

Wien (OTS) - Die Darmkrebs-Früherkennung im Rahmen einer
Koloskopie wird ab dem 50. Lebensjahr empfohlen und ist seit Oktober
2005 in die Vorsorgeuntersuchung in Österreich integriert. Leider
nimmt aber noch immer nur 12 % der Bevölkerung diese Untersuchung in
Anspruch. Bei einer 100 %igen Teilnahme könnten jedoch 90 % aller
Darmkrebserkrankungen verhindert werden. Grund genug für die
Österreichische Krebshilfe gemeinsam mit der Österreichischen
Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) ein
landesweites Screening zu fordern. Denn ein Projekt im Burgenland
zeigt, dass mit einem institutionalisierten Screening die Sterberate
deutlich gesenkt werden kann.
Darmkrebs ist einer der wenigen Krebsarten, die sich "ankündigt":
Zunächst gutartige Polypen im Darm können innerhalb von 10 Jahren
entarten und zu Krebs werden. Der Nachteil dieser Polypen ist, dass
sie kaum Symptome verursachen und daher auch nicht bemerkt werden.
Umso wichtiger ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der die
Polypen gleich abgetragen werden können. Diese
Darmkrebs-Früherkennungs-untersuchung ist daher gleichzeitig auch die
wichtigste Therapiemaßnahme. Die EU verabschiedete bereits 2007 eine
Deklaration, in der ein flächendeckendes Einladungsverfahren
(Screening) zur Koloskopie gefordert wurde. In Österreich ist dies -
bis auf einige wenige Modellprojekte - bis dato noch nicht umgesetzt.
"Die Kosten-Nutzen-Rechnung eines Screenings spricht für sich,"
erklärt Univ. Doz. Dr. Werner Weiss von der ÖGGH. "Internationale
Studien belegen, dass jeder Euro, der in die Darmkrebsprävention
investiert wird, eine Einsparung von rund 6 Euro ergibt." Die
Behandlung eines Darmkrebs-Patienten kostet rund 42.000 Euro, um sein
Leben um 16 bis 22 Monate zu verlängern. "Würden alle Menschen ab 50
zur Vorsorge-Koloskopie aufgerufen und der Einladung folgen, dann
könnte sich das Gesundheitswesen diese enormen Behandlungskosten
sparen," bekräftigt auch der Präsident der Österreichischen
Krebshilfe, Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda. "Denn immerhin erkranken
jährlich rd. 5.000 Menschen in Österreich an Darmkrebs."
Vorzeigeland Burgenland
Die Krebshilfe verweist auf das Modellprojekt im Burgenland, wo
bereits seit 1987 Personen über 40 zur Vorsorgeuntersuchung
eingeladen werden. Rund 50 % der Eingeladenen nahmen bis dato das
Angebot an, 3.497 Menschen davon waren Polypenträger, in 191 Fällen
wurde Krebs entdeckt. Die Sterberate durch Darmkrebs konnte dadurch
auf 15,3 % unter dem Österreichdurchschnitt gesenkt werden.
Auch das Bundesland Vorarlberg setzt seit vielen Jahren auf
Darmkrebs-Screening und auch hier ist es gelungen, die
Sterblichkeitsrate und die Anzahl der Neuerkrankungen entscheidend zu
senken.
Die Darmkrebs-Vorsorge sollte ab dem 40. Lebensjahr beginnen.
Einzige Ausnahme: Personen, in deren Familie Dickdarmkrebs
aufgetreten ist. Hier sollten die Früherkennungsuntersuchungen
bereits früher vorgenommen werden. Folgendes Vorsorge-Schema gilt bei
Darmkrebs:
1. Ärztliches Gespräch im 40. Lebensjahr
Erhebung einer eventuell vorhandenen Risikosituation: Gibt es
Verwandte ersten Grades mit Dickdarmkrebs sowie chronische
Erkrankungen wie z. B. Colitis ulcerosa (=chronisch entzündliche
Darmkrankheit)? In diesem Gespräch sollte auch erhoben werden, welche
Vorsorgemethode die beste ist.
2. Okkulttest 1 x jährlich ab dem 40. Lebensjahr
Untersuchung auf okkultes (verborgenes) Blut im Stuhl, das von
Polypen, aber auch von bösartigen Tumoren stammen kann. Dieser Test
kann, wenn er regelmäßig durchgeführt wird, die
Darmkrebs-Sterblichkeit bis zu einem Drittel senken. Allerdings ist
dieser Test nicht hundertprozentig, da viele Tumore zum Zeitpunkt der
Untersuchung nicht bluten. Die Treffsicherheit des Testes nimmt daher
mit der Regelmäßigkeit der Untersuchung zu.
3. Sanfte Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr alle 7 - 10 Jahre
Bereits während der Koloskopie können verdächtiges Gewebe oder
Polypen entnommen werden, die anschließend unter dem Mikroskop
beurteilt werden. Die Koloskopie dient daher zur Krebsvorsorge,
Diagnose und Therapie in einem. Die ÖGGH hat in jahrelangen
Verhandlungen und Bemühungen gemeinsam mit dem Hauptverband im
Vorjahr das "Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge" ins Leben
gerufen. Dieses Zertifikat ist ein Gütesiegel, das für die
Qualitätssicherung der endoskopierenden Stelle steht. 215 Ärzte und
Abteilungen haben dieses "Qualitätszertifikat" erhalten. Die Adressen
der Zertifikatinhaber sind in der Krebshilfe-Broschüre
"Darmkrebsvorsorge" aufgelistet. Eine Suchmaschine unter
www.krebshilfe.net bietet online Zugriff auf diese Adressen.
Krebshilfe-Veranstaltungen zur Darmkrebsvorsorge:
18. März 2009, "Tag der Darmgesundheit" Innsbruck, 16.30 - 20.30 Uhr
Ursulinensäle, Innrain 7, 6020 Innsbruck, Eintritt frei
2. April 2009, "Tag der Darmgesundheit" Graz, 16.30 - 20.00 Uhr
Merkur Versicherung, Neutorgasse 57, 8010 Graz, Eintritt frei
6. Juni 2009, "1. Grazer Darmtag", Sanatorium Kastanienhof,
Programm demnächst unter www.krebshilfe.at
Die Broschüren der Österreichischen Krebshilfe sind kostenlos
unter [email protected] oder 01/7966450 bzw. zum Download auf
www.krebshilfe.net erhältlich.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Österreichische Krebshilfe Präsident: Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda, Geschäftsführung: Doris Kiefhaber Wolfengasse 4, 1010 Wien, Tel. 01/7966450, Fax: 01/7966450-9 E-Mail: [email protected], www.krebshilfe.net Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie Univ. Doz. Dr. Werner Weiss, c/o MAW Freyung 6, 1010 Wien, Tel: 01/53663 - 37 od. DW 42 E-Mail: [email protected], www.oeggh.at Pressekontakt: Mag. Martina Löwe - Kommunikationsfachfrau, Wolfengasse 4/9, 1010 Wien, Tel. 01/796645050, Email: [email protected]
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