• 11.02.2009, 10:45:36
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Bundespräsident gedenkt der Opfer des 12. Februar 1934

Wien (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer ließ heute im
Gedenken an die Auseinandersetzungen vor 75 Jahren am Wiener
Zentralfriedhof an den Gräbern der Opfer des 12. Februar 1934 Kränze
niederlegen.

Der Bundespräsident würdigte in diesem Zusammenhang den weiten Weg,
den Österreich in den 75 Jahren seit dem 12. Februar 1934
zurückgelegt hat:

Aus dem autoritären System, das in Österreich nach der Zerstörung der
Demokratie im März 1933 herrschte, ist in der Zweiten Republik eine
funktionierende Demokratie geworden.

Aus einem "Staat, den keiner wollte", ist ein angesehenes Mitglied
der Familie europäischer Staaten geworden.

Und aus einer politisch zerrissenen Gesellschaft, in der politische
Gegensätze oft gewaltsam - bis hin zum Bürgerkrieg - ausgetragen
wurden, ist ein stabiles Land mit einem umfassenden Bekenntnis zu
einer friedlichen und gewaltfreien Entwicklung geworden.

"Unsere Demokratie ist zwar nicht frei von Fehlern, aber sie ist im
Prinzip unbestritten - und das ist der wichtigste Unterschied zu
1934", sagte der Bundespräsident.

"Als sich die Parteivorsitzenden von ÖVP und SPÖ, Bundeskanzler Dr.
Gorbach und Vizekanzler Dr. Pittermann am 12. Februar 1964, also zum
30. Jahrestag der Katastrophe von 1934, an den Gräbern der Opfer die
Hand reichten, hatte der Prozess der Aufarbeitung und Versöhnung, der
durch das gemeinsame Erlebnis des Nationalsozialismus angestoßen und
erleichtert wurde, bereits erste Ergebnisse gebracht.

Heute, 75 Jahre nach den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen
vom Feber 1934, wo nur mehr sehr wenige Zeitzeugen dieser Periode
unter uns sind, können die Wunden als weitgehend vernarbt bezeichnet
werden.

Es bleibt aber eine Lehre aus der Zeitgeschichte unseres Landes, dass
es leichter ist Konflikte anzufachen, als politische Gräben
zuzuschütten und dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die
Fähigkeit zu einem respektvollen Umgang mit anderen Meinungen zu den
wichtigsten Bausteinen eines demokratischen Systems zählen", schloss
der Bundespräsident.

Rückfragehinweis:
Österreichische Präsidentschaftskanzlei
Presse und Informationsdienst
Tel.: (++43-1) 53422 230
mailto:[email protected]
http://www.hofburg.at

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