Wien (OTS) - "Die Stadt Wien wird im Zuge der Maßnahmen des Wiener Konjunktur- und Beschäftigungspakets rund 60,5 Millionen Euro in Wiener Forschungsinfrastruktur und Spitzenforschung investieren. Das kündigten Vizebürgermeisterin, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag.a Renate Brauner und Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Dienstag im Mediengespräch des Bürgermeisters an. Mit dem Wiener Forschungspaket wird ein weiterer entscheidender Konjunkturimpuls in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise seitens der Bundeshauptstadt gesetzt.****
"Mit diesem Paket gibt Wien deutliche konjunkturelle Anreize und investiert gleichzeitig in die Zukunft des Forschungs- und Technologiestandortes Wien", erklärte Brauner. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es notwendig, in Infrastruktur und Bildung zu investieren, so Brauner weiter. "Nur so kann Wien seine Position im internationalen Wettbewerb sichern. Davon profitiert nicht nur die Wissenschaft und die Wirtschaft sondern alle Wienerinnen und Wiener", betont Brauner.
Auch Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny unterstreicht die Bedeutung der Wissenschaften für eine lebendige Stadt: "Eine moderne Stadt braucht die Wissenschaft. Sie schafft die Grundlagen für kulturelle, gesellschaftliche und soziale Veränderungen und sie entwickelt jene Produkte und Verfahren, die unseren Alltag erleichtern. Wien fördert beide Aspekte von Wissenschaft: Forschungen, die zu neuen Anwendungen führen und Analysen, die die BürgerInnen mit einem kritischen Blick auf die Welt ausstatten", erklärte Mailath und unterstrich: "Die Stadt Wien hat jedenfalls die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und investiert verstärkt in Wissenschaft und Forschung und damit in die Zukunft."
Zwtl.: Deutliche Steigerung der Forschungsausgaben der Stadt
Die Forschungsausgaben der Stadt Wien steigen kontinuierlich an. Neben den zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen des Wiener Konjunktur- und Beschäftigungspakets sind im Wiener Budget für das Jahr 2009 rund 80 Millionen Euro an Forschungsausgaben veranschlagt. Seit dem Rechnungsabschluss 2004 haben sich die im Wiener Budget veranschlagten F&E-Mittel der Stadt um 23% erhöht. Von allen Bundesländern hat Wien damit das größte Budget für Forschung. 21 % der Ausgaben der Bundesländer trägt Wien, die Steiermark 17 % und Niederösterreich 16 %. Allein diese drei Länder gemeinsam bestreiten mehr als die Hälfte der Ausgaben der Länder für Forschung und Entwicklung. Auch die Forschungsquote liegt in Wien mit rund 3,2 Prozent bereits heute über dem Barcelona-Ziel und deutlich über dem österreichischen Durchschnitt (2,63 Prozent). Rund 35.000 Menschen sind in Wien in der Forschung beschäftigt, an den Universitäten, den Kompetenzzentren und in den forschenden bzw. innovativen Unternehmen.
Zwtl.: Das Wiener Forschungskonjunkturpaket im Detail
Das Wiener Forschungskonjunkturpaket besteht aus einem Mix an Investitionen in Forschungsinfrastruktur, mehrjährige Forschungsprogramme zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, disziplinübergreifende Forschung im Bereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Stipendien für NachwuchswissenschafterInnen sowie in ein Stiftungsinstitut für öffentliches und urbanes Management an der Wiener Wirtschaftsuniversität und ein Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaustforschung.
Zwtl.: Infrastrukturausbau bei den Austrian Research Centers in Wien - 4 Mio. Euro
Die Stadt Wien baut die Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (vormals "Austrian Research Centers") aus. An den Wiener Technologiestandorten TECHbase, ENERGYbase und Muthgasse stehen in den kommenden Jahren insgesamt 10,2 Mio. Euro für die Themenschwerpunkte urbane und häusliche Energiesystematik, alternative Mobilitätskonzepte und Bio-Nanotechnologie zur Verfügung. Die Stadt Wien beteiligt sich an diesen Investitionen in Infrastruktur für hochwertige Forschung mit 4 Mio. Euro (6,2 Mio. Euro AIT Eigenfinanzierung). Dies sichert in den ARC/AIT 64 Arbeitsplätze und schafft darüber hinaus unmittelbar 18 neue Arbeitsplätze. Dieses Projekt wird in einer strategischen Allianz mit dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) bzw. seiner Tochter, dem Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) durchgeführt.
Zwtl.: Wr. Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften - 3 Mio. Euro
Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) haben in Wien eine lange und erfolgreiche Tradition. Zu ihrer Wiederbelegung startete die Stadt Wien 2008 ein breit angelegtes Förderprogramm für disziplinübergreifende Forschung in den GSK. Die erste Ausschreibung, "Art(s)&Sciences" als Brückenschlag zwischen den Wiener GSK und den Künsten war mit 1,5 Millionen Euro dotiert und sehr erfolgreich. Von insgesamt 54 Förderansuchen hat ein hochrangig besetzter Programmbeirat im Dezember 2008 fünf Projekte und zwei Fellowships ausgewählt. Für 2009 und 2010 sind weitere Ausschreibungen vorgesehen, die jährliche Fördersumme beträgt 1,5 Millionen Euro. Abgewickelt wird das Wiener Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF).
Zwtl.: Junior Research Groups - 3 Mio. Euro
Aufgrund der Empfehlungen der Wiener Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie "Wien denkt Zukunft" werden erstmals zwei Junior Research Groups in den Wiener Stärkefeldern Life Science, IKT und/oder Medien & Kreativwirtschaft mit insgesamt drei Millionen Euro ausgeschrieben. Damit können eigenständige Forschungsgruppen, die von sehr jungen, aussichtsreichen ForscherInnen geleitet werden, in den nächsten fünf Jahren aufgebaut werden. Wiener, aber auch internationale JungwissenschafterInnen mit hohem Potenzial erhalten damit einen deutlichen Impuls für ihre akademischen Karrieren. Dadurch gewinnt der Forschungsstandort Wien zusätzlich an Attraktivität für internationale Spitzenforschung. Abgewickelt wird diese Ausschreibung über den Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF).
Zwtl.: Errichtung eines Wiener Wiesenthal Instituts - 1,3 Mio. Euro
Die Stadt Wien unterstützt die Errichtung und den Aufbau eines Simon Wiesenthal Instituts in Wien mit 1,3 Mio. Euro bis 2011. Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien ist als multifunktionales internationales Forschungszentrum konzipiert. Im Mittelpunkt stehen die Zusammenführung der weltweit einzigartigen Archivbestände von Simon Wiesenthal und der Israelitischen Kultusgemeinde, Wechselausstellungen und Vermittlungsprogramme für verschiedene Zielgruppen sowie Fellowshipprogramme und Forschungsprojekte zu Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und den Holocaust betreffen. Ab 2012 soll das Institut im Palais Strozzi in der Josefstädter Strasse seinen Vollbetrieb aufnehmen und Wien zu einem führenden Forschungsstandort für Holocaust-Studien machen.
Zwtl.: American Austrian Foundation - 1,2 Mio. Euro
Der Ruf der Forschungs- und Wissenschaftsstadt Wien gründet sich wesentlich auf die traditionsreichen Wiener Medizinischen Schulen. Mit den Programmen der American Austrian Foundation wird die Schnittstelle zwischen amerikanischer Forschung und unterschiedlichen medizinischen Forschungsfeldern in Europa und die Vernetzung von medizinischer Ausbildung in den USA und in Zentral- und Osteuropa mit der Drehscheibe Wien gestärkt.
Zwtl.: PhD Stipendien für Frauen an der Technischen Universität - 700.000 Euro
Die Stadt Wien unterstützt die neue "Vienna PhD School of Informatics" der TU Wien mit insgesamt rund 700.000 Euro in den Jahren 2009-2013. Die Stipendien werden ausschließlich an internationale Nachwuchsforscherinnen mit exzellenten Leistungen im Wiener Stärkefeld der Informatik vergeben. Insgesamt werden 15 Stipendiatinnen in drei Lehrgängen in Form von wissenschaftlichen Forschungsdoktoraten auf eine Dauer von drei Jahren finanziert.
Zwtl.: Stipendien für Mittel- und Osteuropa an der WU Wien - 100.000 Euro
Mit insgesamt rund 100.000 Euro unterstützt die Stadt Wien sechs zusätzliche Stipendien für das JOSZEF Programm für Mittel- und Osteuropa der WU-Wien in den Jahren 2009-2013. Zielgruppe sind junge Nachwuchsführungskräfte aus Mittel- und Osteuropa. Damit wird die wirtschaftliche und wissenschaftliche Integration Europas weiter vorangetrieben und so wichtige Weichen für die gemeinsame Zukunft gestellt.
Zwtl.: Stiftungsinstitut für Public and Urban Management - 500.000 Euro
An der WU Wien wird in den nächsten fünf Jahren das Stiftungsinstitut "Public and Urban Management" aufgebaut und von Seiten der Stadt Wien als Stifterin mit insgesamt 500.000 Euro dotiert. Dieses wird die Aufgabe haben, vorrangig Fragestellungen des Stadtmanagements auf interdisziplinärer Basis zu untersuchen und den Verwaltungen von Großstädten wissenschaftlich fundiertes, interdisziplinäres Know-how zur Verfügung zu stellen. Das Institut wird auch aufgrund der ausgezeichneten Vernetzung der WU die Vorbildrolle der Stadt Wien für Großstädte im CEE Raum unterstreichen und ausbauen. Der Aufbau des Instituts erfolgt über einen Zeitraum von fünf Jahren und startet mit der Bestellung zweier Stiftungsprofessuren inklusive wissenschaftlicher Teams.
Zwtl.: Stiftungsprofessuren der Stadt Wien - 600.000 Euro
Zwei neue, von der Stadt initiierte und dotierte Stiftungsprofessuren stärken die Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung und Wiener Universitäten: 300.000 Euro stellt die Stadt Wien für die "Roland-Rainer-Stiftungsprofessur der Stadt Wien" bis 2011 am Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste zur Verfügung. Bei dieser Stiftungsprofessur geht es um die Analyse des Zusammenhangs von Architektur und Urbanität. Die zweite Stiftungsgastprofessur, die die Stadt Wien ebenfalls mit 300.000 Euro unter dem Titel "Stadtkultur und öffentlicher Raum" bis 2011 unterstützt, wird an der Technischen Universität Wien eingerichtet. Bei dieser Stiftungsprofessur geht es um die Analyse des Verhältnisses von Öffentlichkeit und Privatheit im stadtkulturellen Gefüge.
Zwtl.: Jubiläumsfonds der Stadt Wien - 8,1 Mio. Euro
Über sieben Fonds fördert die Stadt derzeit innovative Forschung mit gezielten Calls. Zwei dieser Fonds wurden nun mit Nachdotierungen gesichert: Der 1997 gegründete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften wurde mit 5,1 Mio. Euro und der 1998 gegründete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Wirtschaftsuniversität Wien mit 3 Mio. Euro nachdotiert. Der WU-Fonds unterstützt Wiener Projekte zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Der ÖAW-Fonds unterstützt alternierend exzellente Projekte in den Bereichen der Natur- und der Kulturwissenschaften.
Zwtl.: Campus Vienna Biocenter - 18 Mio. Euro
Die Stadt Wien unterstützt den Ausbau des internationalen Forschungs-Hotspots "Campus Vienna Biocenter" mit 18,1 Millionen Euro. Der Fokus der Investitionen seitens Stadt Wien und Wissenschaftsministerium liegt auf der Forschungsinfrastruktur und der Ermöglichung von Innovationen in der Biotechnologie in Wien. 65 Prozent der Kosten werden von der Republik getragen und 35 Prozent von der Gemeinde Wien. Von den Geldern werden hochmoderne und komplexe Forschungsgeräte wie DNA-Sequenzierer, Phytotrone (Wuchskammern) oder Massenspektrometer angeschafft und von den Forschungseinrichtungen gemeinsam genutzt werden. So wird mit der Biotechnologie ein weiteres wichtiges Stärkefeld der Wiener Forschung und Wirtschaft im internationalen Wettbewerb nachhaltig gestärkt.
Zwtl.: Comet Ko-Finanzierung - 20 Mio. Euro
Mit maximal 20 Millionen Euro wird das mehrjährige Forschungsprogramm des Bundes "COMET - Competence Centers for Excellent Technologies" kofinanziert. Das Programm fördert Kompetenzzentren als langfristige Forschungsverbünde zwischen mehreren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ziel ist es, damit Forschungskapazitäten in Wien auszuweiten, Synergieeffekte durch kooperative Forschung zu erreichen und international sichtbare Zentren mit gebündelter technologischer Kompetenz zu schaffen. Die Mittel der Stadt Wien sind für die Forschungskonsortien mit Wiener Beteiligung reserviert. "Österreichweit haben sich bei diesem zweiten COMET-Call des Bundes 27 Konsortien für diesmal 14 ausgeschriebene Kompetenzzentren beworben. 12 Einreichungen mit Wiener Beteiligung beweisen dabei einmal mehr die Dominanz Wiens im Bereich der kooperativen angewandten Forschung auf höchstem Niveau. Um diese exzellente Forschungs- und Verwertungskompetenz und die damit verbundenen Arbeitsplätze der Zukunft in Wien bestmöglich zu fördern, wurden alle Wiener Anträge von der Stadt Wien mit einem Letter of Intent unterstützt. Aufgrund der hohen Qualität der Konsortien an sich, sowie der vielen einzelnen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wiener Partner rechnen wir damit, uns in diesem nach strengen Regeln durchgeführten Wettbewerb durchzusetzen und möglichst viele COMET-Zentren für Wien gewinnen zu können", so Vizebürgermeisterin Brauner. Zu den einreichenden Wiener COMET-Konsortien gehören u.a. das Austrian Center of Industrial Biotechnology, das sich mit der Produktion biologischer Organismen befasst, und CART, welches Forschung und Entwicklung im Bereich der Rehabilitation und Prothetik betreiben will. Zu letzterem gehört auch der renommierte Prothesenhersteller Otto Bock. (Schluss) ko/rie
Rückfragehinweis:
~ PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/ Mag.a Cécile-Veronique Kochwalter Mediensprecherin Vbgmin Mag.a Renate Brauner Telefon: 01 4000-81219 Mobil: 0676 8118 81219 E-Mail: cecile.kochwalter@wien.gv.at Mag. Gerlinde Riedl Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny Telefon: 01 4000-81854 E-Mail: gerlinde.riedl@wien.gv.at ~
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0119 2009-01-20/11:31
201131 Jän 09
NRK0013 1743
06.02.2010 / 10:12:10 / ÖVP Wien
06.02.2010 / 10:09:58 / SPÖ Kärnten
06.02.2010 / 09:00:31 / PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien
02.02.2010 / 10:16:45 / PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien