• 16.01.2009, 13:46:17
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AMS: Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit im Jahr 2009

Wien (OTS) - Die internationale Konjunkturkrise als Folge der
Finanzmarktturbulenzen hat in Österreich zu einem Anstieg der
Arbeitslosigkeit geführt, der sich in den kommenden Monaten
fortsetzen wird. Nach den letzten Prognosen wird die Arbeitslosigkeit
in Österreich im Jahr 2009 zwischen 20.000 und 25.000 Personen über
dem Vorjahreswert liegen, für das Jahr 2010 wird ein weiterer Anstieg
zwischen 15.000 und 18.000 arbeitslosen Personen im
Jahresdurchschnitt erwartet. Damit steigt die Arbeitslosenquote nach
EU-Kriterien heuer auf rund 4,3 Prozent (2010: 4,5 Prozent).

Rund 964 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik

Um dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, verfolgt das
AMS im Jahr 2009 vor allem zwei strategische Ziele: Das Entstehen von
Arbeitslosigkeit zu verhindern und Jobsuchende bei der raschen
Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Zur Erreichung der
Ziele steht dem AMS im Jahr 2009 zumindest ein Budget von rund 964
Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Über
weitere Mittel werden zwischen Sozialpartnern und Regierung Gespräche
geführt.

Ausbau von Kurzarbeit und Bildungskarenz plus

Kurzarbeit ist eines der zentralen Instrumente, um den weiteren
Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Derzeit sind
österreichweit bereits 14.866 Beschäftigte (Stand 15.01.09) in 86
Betrieben in Kurzarbeit. In der zweiten Jännerhälfte kommen weitere
20 Betriebe mit 3.977 Mitarbeiter/innen in dazu. Dabei kann die
Arbeitszeit für die Beschäftigten in einem Durchrechnungszeitraum von
vier Wochen um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Das AMS zahlt
Betrieben Kurzarbeitsbeihilfe, die Höhe der Kurzarbeitsbeihilfe
entspricht dem (fiktiven) Anteil an Arbeitslosengeld für die
reduzierte Arbeitszeit. Derzeit laufen Diskussionen für eine weitere
Flexibilisierung der Kurzarbeit, eine Kombination mit Weiterbildung
und eine Ausdehnung bis zu 18 Monaten.

Auch die "Bildungskarenz plus" hat das Ziel Arbeitslosigkeit zu
verhindern. Sie basiert auf dem Modell der Bildungskarenz, bei dem
Arbeitnehmer/innen eine 3 bis 12 Monate dauernde berufliche Auszeit
zur Weiterbildung nehmen können. Dabei finanziert das AMS über das
Weiterbildungsgeld die Lebenshaltung der karenzierten Person in Höhe
des fiktiven Arbeitslosengeldes.

Im Modell der "Bildungskarenz plus" wird die Finanzierung der
Schulung vom Betrieb übernommen, dieser erhält 50 Prozent der
Schulungskosten vom Land ersetzt. Das Modell der "Bildungskarenz
plus" wird bereits, von AMS und Land gemeinsam, in Oberösterreich,
Steiermark, Kärnten und Vorarlberg (bald auch in Tirol) umgesetzt.

"Ausbildungsgarantie" gegen die Jugendarbeitslosigkeit

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft vor allem Jugendliche. Daher
hat das AMS im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Regierung und
den Sozialpartnern die "Ausbildungsgarantie" für Jugendliche
entwickelt. Das heißt: Jede/r Jugendliche, die/der keine Lehrstelle
findet, hat die Möglichkeit, eine Lehrausbildung in einer
überbetrieblichen Einrichtung zu absolvieren. Speziell dafür hat das
AMS das Kontingent an Lehrausbildungsplätzen massiv aufgestockt.
Derzeit stehen insgesamt 10.256 Lehrplätze in überbetrieblichen
Ausbildungseinrichtungen zur Verfügung. Jugendliche haben die
Möglichkeit, dort ihre gesamte Lehrausbildung zu absolvieren. Darüber
hinaus bietet das AMS Jugendlichen auch die Möglichkeit zu externen
Lehrabschlussprüfungen. Alle Jugendlichen, die noch keine konkrete
Berufsperspektive haben, unterstützt das AMS in
Berufsorientierungskursen dabei, die richtige Berufswahl zu treffen.

Arbeitslosigkeit kurz halten, Benachteiligte fördern
Ein weiterer zentraler Arbeitsschwerpunkt des AMS im Jahr 2009 ist
es, das Entstehen von Langzeitarbeitslosigkeit - insbesondere bei den
am Arbeitsmarkt benachteiligten Zielgruppen der Jugendlichen und
Älteren - zu verhindern. Durch "early intervention"-Maßnahmen, wie
gezielte Vermittlungs- und Förderangebote unterstützt das AMS
Jugendliche und Ältere beim raschen Wiedereinstieg in den
Arbeitsmarkt. Mindestens 69.000 Ältere und 45.000
Langzeitbeschäftigungslose wird das AMS heuer beim Wiedereinstieg in
den Arbeitsmarkt unterstützen.

Qualifizierungsprogramme gegen den Fachkräftemangel

Parallel zum Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt es nach wie vor
Fachkräftemangel. Daher setzt das AMS auch 2009 die
Qualifizierungsprogramme gegen den Fachkräftemangel fort. Im Herbst
2008 wurden regionale Programme zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
in den Mangelberufen der Bundesländer gestartet. So wurden z. B. in
Oberösterreich Schulungen für Fachkräfte im Bereich
Finanzen/Buchhaltung oder in der Steiermark Schulungen für
Mitarbeiter/innen im Tourismus oder Gesundheitsbereich ermöglicht. Im
Vorjahr wurden bereits rund 5.000 Personen zu Fachkräften geschult,
im Jahr 2009 sollen weitere 5.400 Personen davon profitieren.

Auch das Programm zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in den
Metallberufen wird fortgesetzt. Jobsuchenden werden dabei Schulungen
mit Lehrabschlüssen, wie Facharbeiterintensivausbildungen für
Erwachsene, aber auch Ergänzungskurse in einzelnen Fachbereichen
angeboten, die das berufliche Einsatzspektrum erweitern. In der
ersten Jahreshälfte werden rund 5.000 Personen an solchen
Ausbildungen teilnehmen.

Rückfragehinweis:

Dr. Beate Sprenger
   AMS Österreich
   Tel.: (01) 33 178 - 522
   Fax: (01) 33 178 - 151
   mailto:[email protected]
   http://www.ams.at

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