- 29.12.2008, 16:22:34
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Delegation der Evangelischen Kirche über Weihnachten im Tschad
Bünker: Beeindruckende Offenheit der Einheimischen
Wien (OTS) - "Am beeindruckendsten waren für mich die
Lebensumstände der Menschen im Tschad und wie sie mit der Situation
umgehen: auf der einen Seite das große Elend und das Wenige, das sie
haben, auf der anderen Seite die große Offenheit und
Gastfreundschaft, mit der sie einem begegnen", sagte Bischof Michael
Bünker nach seinem Besuch im Tschad in einem Gespräch mit epd Ö am
29. Dezember.
Dazu passe auch der große Gegensatz zwischen der hochgerüsteten
High-Tech-Ausrüstung der Soldaten sowie der Hilfsorganisationen und
"den doch sehr einfachen Lebensumständen der Einheimischen, die
Brennholz suchen gehen müssen und keinen elektrischen Strom haben.
Die meisten sind Analphabeten."
Es gehe darum, im Tschad nachhaltig etwas zu verändern. Um das zu
erreichen, dürfe die Regierung nicht aus der Pflicht entlassen
werden, in Bildung und soziale Leistungen zu investieren. Auch müsse
politische Stabilität erreicht werden.
Militärseelsorge ist sinnvoll
Besonders deutlich ist Bünker die Sinnhaftigkeit der Militärseelsorge
geworden: "Es ist eine wichtige Aufgabe, dass es vor Ort
Ansprechpersonen gibt, die nicht vollständig in der militärischen
Hierarchie aufgehen. Vertrauenspersonen können die anderen zwar auch
sein, wir aber können doch eine Perspektive von außen einnehmen."
Die Delegation, die aus Bischof Bünker, Militärsuperintendent Oskar
Sakrausky und dessen Mitarbeiter Manfred Wallgram bestand, sei "sehr
freundlich" von den SoldatInnen empfangen worden. "Sie waren direkt
glücklich, dass die Kirche zu Weihnachten dabei ist. Man kann sich
Weihnachten gar nicht ohne Kirche vorstellen, und das betrifft auch
die, die zu Hause nicht kirchlich engagiert sind." Weihnachten sei
eine belastende Situation: "Die Trennung von den Familien wird den
SoldatInnen deutlicher als sonst bewusst, auch die kulturellen
Unterschiede treten deutlicher hervor."
Die Reise habe sich "auf jeden Fall gelohnt", habe sie doch eine gute
Möglichkeit geboten, an einem besonders neuralgischen Punkt präsent
zu sein und Menschen begleiten zu können. Bünker: "Mir hat sie auch
die weltweiten Verflechtungen gezeigt, in denen wir stehen, und die
Tatsache, dass diese humanitären Aufgaben nicht mehr nur nationale,
sondern internationale Zusammenarbeit brauchen. Daher sehe ich
persönlich die Tatsache, dass Europa sich im Tschad auf der Basis des
UN-Mandates engagiert, als etwas Positives."
Der Besuch im Tschad dauerte vom 19. bis 27. Dezember; das Tagebuch
von Bischof Bünker gibt es unter
http://www.evang.at/tschad-tagebuch.0.html.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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