- 29.12.2008, 10:30:53
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Tumpel: Bekämpfung der Krise ist vordringlichste Aufgabe der Politik im Jahr 2009
Wien (OTS) - Die internationale Finanzwelt hat eine
Wirtschaftskrise ausgelöst, deren wirkliches Ausmaß nicht voll
abschätzbar ist. "Die Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz,
befürchten steigenden Druck in der Arbeit, sie fürchten um ihre
betriebliche und private Altersvorsorge und den Verlust von Wohlstand
und Einkommen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel: "Aber die Krise ist
nicht naturgegeben, die Politik kann und muss gegensteuern. Wir
müssen die Krise nutzen, um das Wirtschaftssystem gerechter zu
machen. Wir müssen gegensteuern, wir müssen die drohende
Arbeitslosigkeit bekämpfen und an einer besseren Zukunft bauen."
Gegensteuern - keine Zeit verlieren
"Arbeitslosigkeit ist teuer für die Betroffenen, die Wirtschaft und
den Staat. Wir müssen jetzt investieren. Damit können wir auf
mittlere Sicht höhere Defizite im Budget vermeiden", sagt Tumpel und
fordert insbesondere:
+ Die Lohnsteuersenkung muss, wie von der Regierung angekündigt,
rasch beschlossen werden. Das ist sozial gerecht und
wirtschaftspolitisch vernünftig.
+ Die Konjunkturprogramme müssen rasch umgesetzt werden: öffentliche
Investitionen in Wohnbau, Verkehr und Umweltschutz, damit die
Auftragslage der Unternehmen gestärkt wird und der Wirtschaftmotor am
Laufen gehalten wird.
+ Investionen in die Aus- und Weiterbildung, damit die Chancen auf
einen neuen Arbeitsplatz unter geänderten Voraussetzungen intakt
bleiben. Sowie mehr qualifizierte Schulungen im Rahmen der aktiven
Arbeitsmarktpolitik.
+ Umsetzung des Jugendbeschäftigungspaketes, um die Ausbildung für
die Jugendlichen abzusichern. Den Jungen muss trotz
Wirtschaftsabschwung die Chance auf eine gute Berufsausbildung
gegeben werden.
+ Kündigung darf nicht die erste Maßnahme sein. Alle Instrumente der
Arbeitsmarktpolitik nutzen, um den Zuwachs der Arbeitslosigkeit
möglichst zu dämpfen, etwa durch Kurzarbeit oder durch
Arbeitszeitverringerung - kombiniert mit gezielten Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Errrichtung von Arbeitsstiftungen
auch für Leiharbeiter.
+ Auch die Banken müssen ihren Beitrag zur Krisenbekämpfung leisten
und ihre restriktive Praxis der Kreditvergabe aufgeben und
Kreditmittel für KonsumentInnen und Unternehmungen bereitstellen.
+ Außerdem dürfen Banken und Konzerne, die die Staatshilfe in
Anspruch nehmen, im Gegenzug keine Massenentlassungen von
ArbeitnehmerInnen durchführen, und es müssen klare Regeln für
Einkünfte von Managern gelten.
Rückfragehinweis:
Sylvia Kuba
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2331
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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