• 19.12.2008, 10:04:08
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Evangelischer Bischof zu Weihnachten bei UN-Truppen im Tschad

Bünker: "Seelsorgerlicher Besuch bei jungen Menschen, die für andere den Kopf hinhalten"

Wien (OTS) - Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker
besucht zu Weihnachten die UN-Truppen im Tschad. Gemeinsam mit dem
Militärsuperintendenten Oskar Sakrausky fliegt Bünker am Freitag, 19.
Dezember, in das zentralafrikanische Land. Auf dem Programm des
mehrtägigen Besuchs stehen bis 26. Dezember mehrere Begegnungen mit
den österreichischen und internationalen Truppen.

Ziel des humanitären Einsatzes im Rahmen des UNO-Mandats sei es, die
Situation für die rund 500.000 Flüchtlinge aus der Krisenregion um
Darfur im Sudan sowie aus dem Tschad selbst zu verbessern, was "wie
es jetzt aussieht, auch gelungen ist", sagt Bünker. Aus evangelischer
Sicht seien, wenn ein Staat nicht in der Lage ist, selbst für die
BürgerInnen sichere Lebensbedingungen zu garantieren, "Hilfe von
außen und militärische Gewalt unter Umständen letztes Mittel". Dieses
müsse jedoch "angemessen" sein, und es müsse eine "Vision geben, wie
es nach dem Einsatz weitergehen soll". Hier seien besonders die UNO
und die afrikanischen Staaten gefordert.

Am 20. Dezember wird der evangelisch-lutherische Bischof und
Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
(GEKE) in N'Djamena das "Camp Europe" besichtigen und für alle
österreichischen Soldaten einen weihnachtlichen Gottesdienst
gestalten. Am nächsten Tag geht es nach Abéché weiter. Im
EUFOR-Hauptquartier im Osten des Landes wird Bünker am Heiligen Abend
um 22 Uhr gemeinsam mit allen Soldaten eine internationale
Weihnachtsmette feiern. Um Mitternacht kommen dann die
österreichischen Soldaten mit dem Bischof zu einer eigenen
Weihnachtsmette zusammen.

Bünker, der sich erstmals im Tschad aufhalten wird, unterstreicht im
Gespräch mit epd Ö den seelsorgerlichen Aspekt seiner Reise. "Mir
geht es in erster Linie um den weihnachtlichen Besuch bei jungen
Männern und Frauen, die weit weg von zu Hause sind und ihren Kopf
hinhalten für Menschen, die sich in schlimmen Situationen befinden."
Sie, so der Bischof, würden damit "zeigen, dass Wegschauen keine
Alternative ist". Die Kritik an der österreichischen Beteiligung an
der Mission sei "ernst zu nehmen", vor allem was den Aspekt der
Neutralität betreffe. Kostengründe dürften allerdings nicht im
Vordergrund stehen angesichts der dramatischen Situation der
Flüchtlinge im Tschad. "Extra zum Fest des Friedens" sei die Kirche
gefordert, "dort präsent zu sein, wo es immer noch Gewalt und
Unfrieden gibt". Die evangelische Militärseelsorge sei "gut
eingerichtet" und spiele hier eine "wichtige Rolle".

"Als Leiter der evangelischen Militärseelsorge freut es mich, dass
der oberste Repräsentant unserer Kirche gemeinsam mit unseren
Soldaten dieses Weihnachtsfest im Einsatzgebiet Tschad verbringt und
damit einen bis jetzt wenig beachteten Arbeitsbereich aus der Nähe
kennen lernt", erklärte Militärsuperintendent Oskar Sakrausky.
Gemeinsam mit Bünker und Sakrausky wird auch dessen Mitarbeiter
Manfred Wallgram an der Reise teilnehmen.

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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