- 05.12.2008, 12:07:33
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ÖRKÖ-Vorsitzender Sturm zum Tod von Patriarch Aleksij II.
"Hat Orthodoxie in schwierigen Zeiten des Übergangs starkes Selbstbewusstsein gegeben"
Wien (OTS) - Tief betroffen vom plötzlichen Tod des
russisch-orthodoxen Patriarchen Aleksij II. hat sich der Vorsitzende
des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Altbischof
Herwig Sturm, gezeigt. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche
erlag im Alter von 79 Jahren am Freitag, 5. Dezember, in einer
Münchner Klinik einem Herzleiden. Der Patriarch wollte vom 20. bis
23. Dezember Wien einen Besuch abstatten, wo er die neu renovierte
russisch-orthodoxe Nikolauskathedrale in Wien-Landstraße weihen
sollte.
"Namens des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich möchte ich
mein Beileid der russisch-orthodoxen Kirche und der Orthodoxie
insgesamt aussprechen", sagte Sturm gegenüber epd Ö. Die Ökumene
hätte intensiv die Vorbereitungen zu seinem Besuch in zwei Wochen
miterlebt, "die Einladungen zu den verschiedenen Empfängen und
Begegnungen sind schon ausgeschickt, es ist tragisch, dass das alles
jetzt durch den Tod hinfällig ist". Der Besuch des Patriarchen hier
in Österreich sollte "ein Zeugnis sein für die Kraft und Schönheit
der russischen Orthodoxie auch in der heutigen modernen Welt". Sturm
bedauerte, "dass wir diesen Versuch, öffentlich und präsent zu sein,
nicht erleben können".
Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates erinnerte daran, dass Aleksij
als Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen an der Zweiten
Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz teilgenommen und diese
"wesentlich mitgeprägt" habe. Gleichwohl sei er der Ökumene "kritisch
gegenübergestanden" und habe die Verweltlichung und die seiner
Meinung nach große Anlehnung an die moderne aufgeklärte Welt
kritisiert. Sturm: "Auch hier hätte die Begegnung mit ihm und das
Gespräch ein wichtiger Beitrag sein können zum besseren Verständnis."
Aleksij II. habe den Übergang vom Kommunismus zur Demokratie in
Russland als Kirchenoberhaupt "begleitet und mitgestaltet", betont
Sturm, der selber die Versöhnung der russisch- orthodoxen
Auslandskirchen mit dem Patriarchat in Moskau als "ganz bedeutenden
Schritt" erlebt hat. Insgesamt habe Aleksij der Orthodoxie in
schwierigen Zeiten des Übergangs ein "starkes Selbstbewusstsein
gegeben". Eine selbstbewusste Orthodoxie sei "sicher ein sehr guter
Partner im Dialog und in der Ökumene".
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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