- 01.12.2008, 12:58:19
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10 Jahre "Weltkulturerbe Semmeringbahn(R)" - BILD

Wien (OTS) - Am 2. Dezember 1998, also vor genau zehn Jahren, hat
die UNESCO die Semmeringbahn mit ihrer landschaftlichen Umgebung als
erste bahn der Welt zur UNESCO-Welterbestätte erklärt und damit unter
den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gestellt. Anlass
für die Ernennung zum Welterbe war die Auseinandersetzung mit dem
Basistunnel, der die Semmeringbahn ersetzen hätte sollen.
Hausaufgaben blieben bislang unerledigt
-Keine exakte Grenzziehung des Welterbe-Gebietes
Bis heute gibt es keine exakte Grenzziehung des Welterbe-
Gebietes "Semmeringbahn mit umgebender Landschaft" mit Einteilung
in Kern- und Pufferzonen unter Berücksichtigung der Sichtachsen,
obwohl die UNESCO bereits seit mehr als einem Jahr darauf drängt.
Zuständig hiefür ist das Kulturministerium.
-Kein Managementplan
Obwohl die UNESCO-Kriterien für Welterbestätten einen
Managementplan zum Schutz und zur Erhaltung vorschreiben, wurde
ein solcher bis heute ebenso nicht erstellt.
-Semmeringbahn wächst zu
Selbst die zweistöckigen Viadukte sind nur mehr im oberen Bereich
sichtbar. Die ein-stöckigen Viadukte sind beinahe zur Gänze von
der Vegetation verdeckt. Die Konsequenz daraus ist, dass
einerseits die Sehenswürdigkeiten (Tunnels, Viadukte) kaum mehr
wahrnehmbar sind und andererseits die Fahrgäste die Aussicht nicht
genießen können. Demzufolge müssten unverzüglich rigorose
Ausforstungsmaßnahmen nach dem Motto "sehen & gesehen werden"
durchgeführt werden.
-Sondierstollen bis heute nicht abgedichtet
Seit dem Anschlag des Sondierstollens für den alten Basistunnel
sind bislang rund 50 Milliarden Liter Wasser ausgeleitet und dem
Wasserhaushalt des Semmerings entzogen worden. Rund 10 bis 12
Millionen Liter Wasser werden täglich abgepumpt und in den
Vorfluter geleitet. An Kosten laufen hiefür EUR 200.000,00 pro
Jahr an. Der Bergwasserspiegel liegt immer noch auf
Stollenniveau - also rund 100 Meter unter dem ursprünglichen
Niveau.
Konfliktpotential mit der UNESCO
Sollten im Zusammenhang mit dem geplanten Semmering-Basistunnel
(SBT neu) die Kriterien, die für die Erklärung der Semmeringbahn zum
Welterbe ausschlaggebend waren, nicht mehr erfüllt sein, könnte sich
daraus ein Konfliktpotential mit der UNESCO ergeben (Eintragung in
die "Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten", Streichung aus der
Welterbe-Liste). Dies gilt sowohl für die Bahnstrecke selbst als auch
für die umgebende Landschaft.
Forderung: endgültiges Aus für den Semmering-Basistunnel
Anstatt dem Basistunnel endgültig die politische Absage zu
erteilen, wird an einem neuen, noch unsinnigeren Tunnelprojekt
gearbeitet. Denn mittlerweile setzen sowohl die EU als auch unsere
Nachbarländer auf die Flachlandbahn durch Ungarn und Slowenien.
Außerdem stagniert der Güterverkehr über die Alpen.
Die politisch Verantwortlichen werden demnach aufgefordert, der
Tunnelmania am Semmering endgültig ein Ende zu setzen und zum Wohle
der Republik Österreich eine verantwortungsvolle Verkehrs-, Kultur-
und Umweltpolitik zu betreiben.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Vereinigten Bürgerinitiativen Semmering - Region Schwarzatal (VBI) Dkfm. Franz Fally Tel.: 01/66 77 151 Generalsekretariat der "Alliance For Nature" (AFN) DI Christian Schuhböck Tel.: 01/893 92 98 oder 0676/419 49 19
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