Wien (OTS) - Aus der Sicht des Tierschutzes ist das Programm der
neuen österreichischen Bundesregierung mehr als unbefriedigend.
Gerade mal in vier kurzen Absätzen wird Tierschutz im
Regierungsprogramm erwähnt - und dann auch nur als Anhängsel der
Landwirtschaft.
Österreich rühmt sich, das fortschrittlichste Tierschutzgesetz
Europas zu haben - und in einigen Bereichen trifft dies auch zu. Wo
aber bleibt die Weiterentwicklung? Liest man im Regierungsprogramm
auf den Seiten 65, 66, 71 und 189 die kargen Aussagen zum Thema
Tierschutz, denkt man eher an Rückschritt als an Fortschritt.
"Tiere scheinen darin einzig als Erwerbsmittel der Landwirtschaft
und nicht als leidensfähige Lebewesen begriffen zu werden", zeigt
sich Mag. Alexander Willer, Vizepräsident des Verbands
Österreichischer Tierschutzorganisationen pro-tier.at, enttäuscht.
So wichtig "Wettbewerbsfähigkeit" und "Grundsicherheit" der
heimischen Bauernschaft auch sein mögen, wo bleiben die Innovationen
im Interesse der Tiere?
Willer weiter: "Eine Änderung der Vollspaltenbodenhaltung von
Schweinen wird nicht mal angedacht. Und warum setzt sich Österreich
nicht endlich dafür ein, dass die qualvollen Lebendtiertransporte
durch Fleischtransporte ersetzt werden? Warum gibt es keine
Förderungen für 'Vleischprodukte’, also für rein pflanzliche
Fleischalternativen auf Soja- oder Weizenbasis, - schon dem
Klimaschutz zuliebe?"
Auch anderen wichtige Materien wie Förderungen der Alternativen
zum Tierversuch, Tierschutz im Verfassungsrang oder Maßnahmen gegen
den ausufernden Handel mit Hundewelpen bleiben im Regierungsprogramm
außen vor.
Willer abschließend: "Österreichs Tierheime leisten tagtäglich
einen unglaublichen Beitrag zum Tierschutz. Risiko und Sorgen haben
sie meist alleine zu schultern. Viele sind am Rand ihrer
Aufnahmekapazität und des finanziell Machbaren angekommen. Wann gibt
es endlich staatliche Leistungsentgelte? Tierschutz ist kein Hobby,
sondern gesellschaftlich anerkannter Grundwert"
Rückfragehinweis:
Mag. Alexander Willer
Tel: 0676/ 94 69 269
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