• 28.11.2008, 13:37:16
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Lebensmittel: zu kostbar für den Müll! Plank: Jährlich landen 28.000 Tonnen im Abfall - BILD

10 Einkaufwagerl voller Müll! Das ist die Menge an Lebensmitteln die in einer Wohnhausanlage pro Monat durchschnittlich im Müll landet. V.l.n.r. Manfred Kowatschek, Mag. Herbert Ferschitz, Dir. Mag. Thomas Douschan, DI Felicitas Schneider, Verbandsobmann BGM Mag. Helmut Hums, DI Christiane Ademilua, Landesrat DI Josef Plank, RR Alfred Weidlich, Präsident des NÖ Abfallwirtschaftsvereins

Wien (OTS) - "28.000 Tonnen Lebensmittel landen jährlich in
Niederösterreichs Mülltonnen. Oft sogar originalverpackt und nicht
abgelaufen. Ein Pilotprojekt gemeinsam mit den Abfallverbänden und
der BOKU soll Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmit-telabfällen in
Wohnhausanlagen entwickeln und testen", erklärte heute
Umweltlan-desrat Josef Plank beim Start der Aktion in Baden.

Täglich landen in Niederösterreich Tonnen von Lebensmitteln aus
Haushalten im Müll. Ein Pilotprojekt der NÖ Abfallverbände und des
Landes zeigt das Ausmaß der Verschwendung und will in Folge Tipps für
einen sinnvolleren Umgang mit Le-bensmitteln geben.

Die von acht niederösterreichischen Abfallverbänden bei
Wohnhausanlagen durchgeführten Müllanalysen brachten Erstaunliches
über unsere Wegwerfge-wohnheiten ans Licht. Praktisch aus jeder der
vierzig untersuchten 1.100-Liter-Mülltonnen ließen sich wahre
"Geschenkkörbe" zusammenstellen: Brot, Gebäck, Fleisch- und
Wurstwaren, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fertiggerichte, süße und
saure Knabbereien und so fort. Originalverpackt und vielfach zum
Zeitpunkt der Müllanalyse noch nicht einmal abgelaufen.

Trotz Teuerungen, privater und globaler Finanzkrisen und dem damit
verbundenen Druck, sparen zu müssen, werden offensichtlich immer mehr
Lebensmittel in den Müll geworfen. Nicht nur bei Supermärkten und dem
Nahrungsmittel produzieren-den Gewerbe, auch in den Mülltonnen der
Haushalte steigt ihr Anteil stetig an. 25 % des Restmüllgewichtes der
von den Abfallverbänden untersuchten Großcontainer aus
Wohnhausanlagen waren so genannte "Ernährungsabfälle". Fast die
Hälfte davon entfiel auf originalverpackte Lebensmittel oder solche
in angebrochenen Verpackungen. Der Rest waren Speisereste und Abfälle
aus der Lebensmittel-Zubereitung.

Auch in den Biotonnen von Wohnhausanlagen war ein hoher Anteil an
vermeidba-ren Lebensmittelabfällen zu finden. 10 % des
Abfallgewichtes bestand aus origi-nalverpackten oder in angebrochenen
Verpackungen weggeworfenen Lebensmit-teln.
Landesweit summieren sich die Wegwerf-Lebensmittel nach Angaben der
Univer-sität für Bodenkultur auf geschätzte 19.200 Tonnen. Zählt man
die im Restmüll entsorgten Speise- und Zubereitungsreste dazu, kommt
man gar auf 28.000 Ton-nen biogener Küchenabfälle, die
Niederösterreichs Haushalte jährlich wegwerfen.
Dazu kommen noch einige Tausend Tonnen brauchbarer Lebensmittel in
den Bio-tonnen, die zwar "richtig" entsorgt und zu Kompost
verarbeitet werden können, trotzdem aber den Beigeschmack des
Unnötigen hinterlassen.

In den nächsten Monaten werden nun in einem Pilotprojekt der
Abfallverbände und des Landes NÖ gemeinsam mit dem Institut für
Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur
Informations-Maßnahmen gegen die Verschwendung entwickelt und
getestet. "Anzustreben ist es, dass Lebensmittel gar nicht
weggeworfen, sondern vorher verzehrt werden", sagt DI Dr. Sandra
Lebersorger vom Projektteam der BOKU.

Alfred Weidlich, Präsident des NÖ Abfallwirtschaftsvereins: "Es
geht hier um ein großes Potenzial. Um Vermeidung von Abfällen und
auch um Kosten, die sich jeder Einzelne sparen kann. Dazu bedarf es
aber einer nachhaltigen Änderung unseres persönlichen Verhaltens in
diesem Bereich."

Was eine Verhaltensänderung konkret bewirken könnte, wurde bei der
heutigen Informationsveranstaltung in der HLA Baden vom Abfallverband
Baden verdeut-licht: Während der Veranstaltung brachten Müllmänner
zehn Einkaufswägen, voll-bepackt mit frischen Lebensmitteln, in den
Saal. Das entspricht der Lebensmittel-menge die durchschnittlich in
einer(!) Wohnhausanlage pro Monat in den Müll ge-worfen wird.
Nach der Veranstaltung wurden die Lebensmittel aus den
Einkaufswagerln zehn von Sozialamt und Caritas ausgewählten
bedürftigen Familien übergeben.

Service zum Thema - auf Radio NÖ und im Web:

Der ORF NÖ bringt in der ersten Dezemberwoche Hinweise auf
"Restlrezepte" von Experten - nachzulesen auf http:// noe.orf.at und
www.abfallverband.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
Dir. Karl Kalteis, NÖ Abfallwirtschaftsverein
Rennbahnstraße 29b - 3109 St. Pölten
Tel. +43 (0)2742/23 00 60
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AWV

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