- 28.11.2008, 10:00:00
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Weihnachtlicher Konsumzwang erhöht Ladendiebstähle
Etwa ein Fünftel aller Ladendiebstähle passiert in der Weihnachtszeit. Der Konsumzwang ist für manche größer als die Hemmschwelle zur Kriminalität.
Wien (OTS) - In Österreichs Kaufhäusern gibt es jährlich rund
24.000 Diebstähle - etwa ein Fünftel davon wird in den Monaten
November und Dezember verübt. Die tatsächliche Anzahl an
Ladendiebstählen ist jedoch höher, da viele Vorfälle gar nicht
bemerkt und somit auch nicht zur Anzeige gebracht werden. "Eine
Ursache für die Zunahme von Diebstählen in der Vorweihnachtszeit ist
die Tatsache, dass sich nicht alle schenkfreudigen Konsumenten die
Ausgaben für Geschenke leisten können. Neben dem Überziehen des
Kontos oder dem Leihen von Geld, schrecken im Advent etliche vor
Ladendiebstahl nicht zurück, um den Geldmangel zu verbergen", weiß
Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).
Weihnachtszeit wird als Zeit des Konsumzwangs erlebt
Das Besorgen von Weihnachtsgeschenken wird von vielen Menschen als
belastend empfunden und die stille Zeit des Jahres zunehmend als Zeit
des Konsumzwangs erlebt. "Man möchte seine Lieben nicht enttäuschen
und in etwa gleichwertige Gegengeschenke überreichen. Oft fällt es
daher schwer, sich den materiellen Verlockungen zu entziehen - auch
dann, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen", sagt Zetinigg.
Es überrascht nicht, dass jene Produkte am häufigsten gestohlen
werden, die auch auf den Wunschlisten für Heiligabend ganz oben
stehen: Kosmetika, Bekleidung, Videospiele und elektronische Produkte
werden im Schutz des Kaufhausgedränges am öftesten entwendet.
Jugendliche besonders gefährdet
Besonders die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen ist dem Konsumzwang
ausgesetzt. Wertestudien zeigen, dass Jugendliche und junge
Erwachsene sich vermehrt über Statussymbole und materielle Güter
definieren. "Nur wer beispielsweise das neueste oder teuerste Handy
hat, kann bei Gleichaltrigen dazugehören. Das wird dann zum Problem,
wenn die finanziellen Mittel zur Befriedigung dieses
Konsumbedürfnisses nicht ausreichen und kriminelle Strategien
angewandt werden, um den Konsumzwang dennoch zu erfüllen", betont
Zetinigg. Dass für so manchen Ladendiebstahl der einzige Ausweg aus
diesem Zwang zu sein scheint, gibt zu denken. Umso wichtiger ist es,
dass Weihnachten nicht als reines Konsumfest gefeiert wird. Es muss
nicht immer das teuerste Geschenk sein. Gemeinsam verbrachte Zeit
oder kleine Hilfestellungen im Alltag kosten nichts und haben einen
deutlich höheren Wert als ein gestohlenes Geschenk.
Rückfragehinweis:
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer Kuratorium für Verkehrssicherheit Marketing & Kommunikation Tel.: 05 77 0 77-1906 E-Mail: [email protected] www.kfv.at
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