• 25.11.2008, 14:26:10
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Ludwig Boltzmann Institut für historische Sozialwissenschaft: Round Table "Humanity and the Experience of Violence and Genocide" - 27. November

Wien (OTS) - Traumata überlebender Frauen aus Srebrenica -
International-rechtliche Aspekte von Völkermorden -
Diskussionsteilnehmer u.a. Gerhard Botz, Hannes Tretter, Selma
Leydesdorff - Erwin Schrödinger International Institute for
Mathematical Physics

Völkermord und Gewalt sind zu einer prägenden Signatur des 20.
Jahrhunderts geworden. Das Ludwig Boltzmann Institut für historische
Sozialwissenschaft, Cluster Geschichte, veranstaltet dazu in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität
Wien und der Tageszeitung "Der Standard" ein interdisziplinäres,
englischsprachiges Round Table "Humanity and the Experience of
Violence and Genocide" am Donnerstag, 27. November in Wien.
Der Politologe Bernt Hagtvet, Universität Oslo, wird dabei Lehren aus
der Geschichte für die Verhinderung von Massenmord im 21. Jahrhundert
ziehen. Die Historikerin Mercedes Vilanova , Universität Barcelona,
referiert über "dunkle Seiten" selbst in heutigen Demokratien. In
Statements von Historikerin Selma Leydesdorff, Universität
Amsterdam, und Menschenrechtsexperten Hannes Tretter, Leiter des
Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, werden Traumata bei
überlebenden Frauen von Sebrenica beleuchtet bzw.
international-rechtliche Aspekte von Völkermord und dessen
Verhinderung skizziert.

Eine Einführung, ausgehend von laufenden Forschungen über
Mauthausen-Überlebende, erfolgt durch Gerhard Botz, Leiter des Ludwig
Boltzmann Instituts für Historische Sozialwissenschaft und
Zeitgeschichteprofessor der Universität Wien. Gerfried Sperl, Der
Standard, ist Diskussionsleiter.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zur internationalen Tagung
"Routes to Mauthausen", die an den folgenden zwei Tagen rund dreißig
Oral Historians und andere HistorikerInnen und
SozialwissenschaftlerInnen aus ganz Europa und den USA
zusammenbringen wird, um Lebensgeschichten und Erinnerungen von
Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen zu erforschen (28.
bis 29. November). In diesem nicht-öffentlichen Experten-Workshop
sollen erste Ergebnisse und weitere Arbeitsvorhaben des laufenden
"Mauthausen Survivors Research Project" (MSRP), das u.a. vom
österreichischen Zukunftsfonds gefördert wird und auf der
umfangreichen Sammlung von lebensgeschichtlichen Erzählungen von
Mauthausen-Überlebenden im Innenministerium aufbaut, erörtert werden.
Das genaue Programm und weitere Informationen können unter
www.lbihs.at/msrp abgerufen werden.

Gewalt und Völkermord haben sich am extremsten an den Stätten des
Massenmords an den Juden und Roma und Sinti und in anderen
Konzentrationslagern des Nationalsozialismus gezeigt. Nach 1945
führten diese Verbrechen zu vermehrten Anstrengungen, die Idee der
Menschenrechte zu stärken und völkerrechtlichen Regelungen
durchzusetzen, um eine Wiederholung solcher menschlicher Katastrophen
zu verhindern.

Daher verabschiedete die UN-Generalversammlung vor 60 Jahren
Deklarationen zur Verhütung und Bestrafung von Völkermord und über
die Allgemeinen Menschrechte. Solche Bestrebungen erhielten nach dem
Fall des Kommunismus neuen Auftrieb, etwa 1998 mit der Einrichtung
einer "Task Force" zur internationalen Zusammenarbeit auf den
Gebieten der Bildung und Forschung über den Holocaust sowie des
Gedenkens daran. Trotzdem sind solche Versuche nur partiell
erfolgreich gewesen, wie sich etwa in den genozidalen Vorgängen in
Ruanda, Bosnien oder Darfur gezeigt hat und zeigt.

Round Table: "Humanity and the Experience of Violence and
Genocide" Erwin Schrödinger Internationale Institute for
Mathematical Physics Boltzmann Lecture Hall, Boltzmanngasse 9, 1090
Wien Donnerstag, 27. November 2008, 18 - 21 Uhr

Rückfragehinweis:
Ludwig Boltzmann Institut für Historische Sozialwissenschaft
Mag. Regina Fritz
Tel. 01-4277-41219
Spitalgasse 2-4, Hof 1, 1090 Wien

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