- 24.11.2008, 11:13:24
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Wer den Ärztinnen und Ärzten Korruption vorwirft, soll Beweise liefern
Der Präsident der NÖ Ärztekammer verurteilt unbelegte Pauschalvorwürfe mit aller Schärfe
Wien (OTS) - "Wenn es in Österreich Ärztinnen und Ärzte gibt,
denen man strafrechtlich relevante Vorwürfe machen kann, dann müssen
diese auch zur Anzeige gebracht werden", so der Präsident der
Ärztekammer für Niederösterreich Dr. Christoph Reisner. Die
Ärztekammer sei an der lückenlosen Aufklärung von Missständen
innerhalb der Ärzteschaft interessiert. "Mit unbelegten
Pauschalvorwürfen in Buchform um sich zu werfen, ist jedoch für mich
kein akzeptabler Weg", so Dr. Reisner weiter. Gemeint ist damit das
jüngste Werk von Autor Dr. Hans Weiss, welches ein unglaubliches
Medienecho nach sich zog.
Nutzloses Druckwerk zieht die Branche durch den Schmutz
So folgten einige Auftritte im Fernsehen, jüngst am Wochenende,
mit dem Vorwurf an genau einen österreichischen Arzt, der sich bei
seinen Studien angeblich nicht an eine "Deklaration von Helsinki"
hielt, die für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland Bestandteil der
Berufsordnung ist. "Wenn es den Nachweis strafbarer Handlungen gibt,
sollten sie angezeigt werden. Anderenfalls sollte der Autor besser
schweigen, als durch seine unbelegbaren Pauschalvorwürfe zwei
komplette Branchen in Verruf zu bringen und für massive
Verunsicherung bei unseren Patientinnen und Patienten zu sorgen."
Präsident Dr. Reisner ließ bereits prüfen, ob man sich juristisch
gegen solche Veröffentlichungen wehren kann. "Leider ist der Inhalt
dieses einem Phantasieroman gleichenden Druckwerks derartig dünn,
dass man rechtlich nichts dagegen unternehmen kann. Wenn wir
Ärztinnen und Ärzte die gleiche Arbeitsweise wie dieser Journalist
hätten, müssten wir berechtigterweise Staatsanwalt, Richter,
Berufsverbot und Zuchthaus fürchten", so der Ärztekammerpräsident.
Unbegründete Pauschalvorwürfe sind mit aller Schärfe zu verurteilen
Die Arbeitsweise des Autors ist schnell beschrieben:
"Überschriften und Einleitungen in diesem Buch suggerieren
strafrechtlich relevante Tatbestände, die Schreibweise suggeriert ein
unglaubliches Ausmaß. Mangelnde Bezüge zu Österreich werden durch
geschicktes Einstreuen von Textpassagen ohne Zusammenhang
hergeleitet. Konkrete moralische oder strafbare Vorwürfe gegen
Ärztinnen oder Ärzte in Österreich sind jedoch nirgendwo zu finden."
Auf der Homepage der NÖ Ärztekammer www.arztnoe.at steht eine
umfangreiche Rezension dieses Buches zum Download zur Verfügung.
Ärztekammerpräsident Dr. Reisner wiederholt zum Abschluss sein
Anliegen an den Autor und auch die Medien, die diesen bereitwillig
unterstützen: "Wer strafbare Tatbestände entdeckt, ist dazu
verpflichtet, diese auch zur Anzeige zu bringen. Wer das nicht tut,
sollte besser schweigen und keinesfalls mit unbegründeten
Pauschalvorwürfen eine ganze Branche in Verruf bringen!"
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann, Pressesprecher,
Tel. 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
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