• 19.11.2008, 11:46:32
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BM Schmied: "Studie zur sozialen Lage der Künstler zeigt Reformbedarf auf"

Wien (OTS) - Kulturministerin Claudia Schmied veröffentlichte am
Mittwoch die Endfassung der Studie zur sozialen Lage der Künstler.
Die Studie ist ab sofort auf der Homepage des Kulturministeriums - in
einer Kurzform und im Original - abrufbar. "Ich habe diese Studie in
Auftrag gegeben, um eine umfassende Analyse der aktuellen
Lebensverhältnisse der Kunstschaffenden in unserem Land zu erhalten.
Dieser Schritt war notwendig, da im Kunst- und Kulturbereich ein
Defizit an Grundlagen für eine faktenbasierte Politik gegeben ist",
so Schmied.

"Die Studie ist Ausgangspunkt für Maßnahmen zur Verbesserung der
Rahmenbedingungen für Kunstschaffende. Ich möchte sie intensiv mit
den Experten im Kulturausschuss des Parlaments diskutieren und auch
eine Konferenz zu diesem Thema organisieren", so Schmied.

"Die soziale Lage der Künstlerinnen und Künstler ist vor allem durch
Phänomene wie prekäre Arbeitsverhältnisse, neue Selbstständigkeit und
Teilzeitbeschäftigung geprägt. Wir erleben eine extreme
Einkommensschere. Viele Künstler verdienen wenig, wenige Künstler
verdienen viel. Der Zugang zu Kunstberufen hängt weiterhin stark von
der sozialen Herkunft ab. Vor allem im Sozialversicherungssystem
stehen viele Künstlerinnen und Künstler vor administrativen und
sozialen Hürden", betont Schmied.

"Diese Studie zeigt vor allem gesellschaftspolitischen
Handlungsbedarf auf. Die Lebensverhältnisse der Künstlerinnen und
Künstler unterscheiden sich in vielen Bereichen und Problemen nicht
von jenen in der Kreativwirtschaft, der IT-Firmen oder anderer junger
Branchen. Das Prekariat, die neue Selbstständigkeit, Teilzeit-Jobs:
Das sind gesamtgesellschaftliche Phänomene, die in den vergangenen
Jahren und Jahrzehnten eine immer größere Rolle spielen. Auch die
geringen Einkommen von Frauen im Kunstbereich sind ähnlich wie in
anderen Bereichen. Diese Entwicklungen dürfen wir nicht isoliert aus
dem Blickpunkt der Kunst betrachten. Wir müssen eine
gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber führen, wie wir den
Bürgerinnen und Bürgern Elementarabsicherungen gegenüber Risiken wie
Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter geben können. Wir müssen uns
mit den neuen Arbeits- und Lebensverhältnissen intensiv beschäftigen.
Die nächste Bundesregierung muss daher eine interministerielle
Arbeitsgruppe zu diesem großen gesellschaftlichen Thema einrichten.
Das Thema 'neue Arbeitssituationen' muss breit bearbeitet werden",
ergänzt Schmied.

"Für die Kunst- und Kulturpolitik lässt sich aus dieser Studie
Handlungsbedarf ableiten. Wir müssen die Förderung des
zeitgenössischen Kunstschaffens noch weiter intensivieren. Die
Förderangebote müssen noch transparenter und zugänglicher werden. Das
Stipendienwesen und die internationale Vernetzung muss verbessert
werden. Die Nachwuchsförderung muss im Zentrum stehen. Die
Künstlerinnen und Künstler brauchen Präsentationsmöglichkeiten. Ich
danke den Verfassern der Studie, L&R Sozialforschung, sowie den
Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und den
Interessensvertretungen", so Schmied abschließend.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030

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